Was bedeutet schon das 0 : 1 der Bayern beim Bundesligaaufsteiger Mönchengladbach oder das 0 : 0 des Meisterschaftsanwärters Hertha BSC beim Hamburger Aufsteiger St. Pauli? Nichts, es war gerade mal der erste Spieltag - 33 Begegnungen werden folgen. Da bringt der Streit um die Übertragungsrechte der Fußballbundesliga doch gleich mehr Farbe ins Spiel.

Die Münchner Kirch-Gruppe hatte im vergangenen Jahr vom Deutschen Fußballbund (DFB) die Übertragungsrechte sämtlicher Spiele für ihren Pay-TV-Sender Premiere World erworben - die heißeste Ware, um überhaupt noch neue Kunden locken zu können (ZEIT Nr. 31/01). Die teure Rechnung (pro Saison im Schnitt 750 Millionen Mark) ging nicht auf - die Zahl der Abonnenten blieb bei 2,3 Millionen stehen, wie eine Mauer. Und genau deshalb - letzter Versuch? -

wurde nun die erste Übertragung im freien Fernsehen, die Fußballshow ran des Kirch-Senders Sat.1, auf den Sonnabend verschoben. Nun streitet die ARD mit Leo Kirch, weil sie in ihrer Tagesschau kurze Ausschnitte der interessantesten Spiele zeigen möchte - noch vor ran.

Der erste Punkt ging an Kirch. Das Münchner Landgericht lehnte eine Einstweilige Verfügung der ARD gegen die Kirch-Gruppe ab. Vor dem Oberlandesgericht wird man sich wiedersehen, es geht den ARD-Oberen um die Unabhängigkeit der Tagesschau. Schließlich hatte das Bundesverfassungsgericht vor zwei Jahren den Fernsehsendern das Recht auf Kurzberichterstattung zugebilligt.

Aber vielleicht einigt man sich noch am Verhandlungstisch, der DFB hat sich als Schiedsrichter angeboten. Ohnehin ging die Verschiebung von ran erst mal voll ins Aus: Die Zuschauerzahl war mit 2,2 Millionen die schlechteste unter den großen Sendern und in der eigenen Geschichte. Moderator Jörg Wontorra meint schon jetzt, man müsse "über den Sendeplatz nachdenken", wenn der Zuschauerboykott die Saison über anhalte.

Nun machen auch noch die Fans mobil: Das Bündnis Aktiver Fußball-Fans (Baff) ruft zum Kampf gegen "Medien-Hooligan Kirch" auf. Schlachtruf: "Geht ins Stadion, hört Radio."