Ausgerechnet die kühle Hansestadt Hamburg hatte sich DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert ausgesucht, um mit dem neuen Mercedes SL ein "neues Kapitel in der Story of Passion" aufzuschlagen. Die fünfte Auflage des Sportwagenklassikers kommt deutlich muskulöser daher als sein vergleichsweise ziviler Vorgänger, der zwölf Jahre lang gute Dienste für die Kassen der Stuttgarter tat. In enger Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosch haben die Mercedes-Leute die allerfeinste Technik in ihr neues Vorzeigemodell gesteckt: Von der elektrohydraulischen Bremse, Sensotronic Brake Control (SBC) genannt, bis zum elektronischen Fahrwerksausgleich Active Body Control (ABC), der die noble Kundschaft vor der Schräglage in schnellen Kurven bewahrt.

Neu ist aber auch die geplante Produktionskapazität. Bis zu 30 000 Stück jährlich sollen im Bremer Mercedes-Werk vom Band laufen, das wären rund 50 Prozent mehr als beim Vorgängermodell. "Wir wollen nicht nur die treue SL-Kundschaft bedienen, sondern auch Kunden gewinnen, die bislang andere Marken fahren", sagt Mercedes-Vertriebsvorstand Joachim Schmidt. Und die Konkurrenz ist in jüngster Zeit nicht eben geringer geworden.

Der Z8 von BMW ist gerade erst so richtig im Anlaufen, das Cabrio des Porsche 911 kommt frisch geliftet und erstarkt auf den Markt, und da ist als Newcomer im Segment auch noch der Lexus SC 430 nicht zu unterschätzen. In den USA, wo Mercedes rund 40 Prozent des SL an die betuchte Kundschaft verkaufen will, ist der SL-Konkurrent aus Japan bereits auf Monate hinaus ausverkauft.

Ähnlichkeiten sind nicht zufällig. Wie der SL und der kleinere Mercedes SLK verfügt der Sport-Japaner über ein elektrisches Metallvariodach, das auf Knopfdruck im Kofferaum verschwindet.

Man darf gespannt sein, ob all die teuren Spielzeuge die Absatzerwartungen erfüllen. Ein SL 500 kostet immerhin schlappe 94 300 Euro, oder - für bevorzugt belieferte Kunden, die noch eines der 7000 in diesem Jahr gebauten Modelle zugeteilt bekommen - 184 434 Mark.