Microsoft und AOL streiten heftig um den Türsteherposten am Eingang zum Internet. Nachdem die PC-Hersteller nun endlich Microsofts Internet Explorer bei der Auslieferung eines Windows-Rechners entfernen dürfen, trat sofort AOL auf den Plan: Als erste Firma gab Compaq bekannt, dass man auf Computern für Privatkunden nun allein den AOL-Internet-Browser installieren will. 35 Dollar pro PC soll AOL der Deal wert sein. Microsoft legte umgehend Einspruch ein: Die Hersteller dürften zwar den Browser ausbauen, doch das Symbol, das mit dem Microsoft Network (MSN) verbindet, sei unantastbar. AOL will mit dem Riesen aus Redmond auch auf anderen Gebieten konkurrieren und bereitet einen Dienst namens Magic Carpet vor, der Passwörter und Kreditkartennummern für das Surfen im Internet sicher verwalten soll. Das Vorbild bei Microsoft heißt Passport.

Briefmarkenlecken ade: Die Deutsche Post bietet ab September Stampit an, einen Online-Frankierservice, der sich vor allem für kleine und mittlere Betriebe lohnen soll. Diese melden sich für 83,50 Euro an und können dann Briefmarken mit dem eigenen Drucker anfertigen. Die dabei anfallenden Portogebühren meldet das Programm via Internet an die Post, die sie daraufhin vom Konto des Kunden abbucht. Zusätzlich ist eine monatliche Nutzungsgebühr fällig. Nach Angaben der Post sollen sich bereits 25 000 Interessenten für das Frankiersystem gemeldet haben. Nach dem Ausdruck der Stampit-Marke muss der Kunde schnell zum Briefkasten: Auf ihnen steht neben dem Empfänger auch das Datum in verschlüsselter Form, und anders als gewöhnliche Briefmarken verfallen die Selbstgedruckten nach einem Tag. Denn Fehldrucke aufgrund von Papierstau oder schwächelnder Druckerpatrone muss der Anwender in einem Tütchen zur Post tragen, um den Betrag ersetzt zu bekommen.

Detlef Borchers (online@zeit.de)