die zeit: Sie sind einer von bundesweit vier auf Koi-Karpfen spezialisierten Tierärzten. Können Sie nachvollziehen, warum diese Tiere so teuer sind?

Achim Bretzinger: Sie können ein vernünftiges Reitpferd für ein paar tausend Mark bekommen oder 100 000 Mark für ein exklusives Zuchttier bezahlen. Beim Koi ist das dasselbe. Es gibt welche für unter 100 Mark, und einige wenige Spitzentiere kosten viele tausend.

zeit: Und was ist so besonders an Koi, außer dass sie teuer sind und bunte Schuppen haben?

Bretzinger: Sie werden sehr zutraulich, erkennen ihre Halter, lassen sich streicheln. Da entsteht eine starke emotionale Bindung.

zeit: Wie sind Sie auf den Fisch gekommen?

Bretzinger: Als Kind hatte ich ein Aquarium, seitdem bin ich von Fischen fasziniert. Später habe ich eine Lehre zum Fischwirt gemacht, das ist das Pendant zum Landwirt. Zusätzlich habe ich Tiermedizin studiert, als wissenschaftlicher Assistent an der Uni gearbeitet und ein Examen zum Fachtierarzt für Fische abgelegt. Das ist die höchste Ausbildungsstufe, die man fischmäßig in Deutschland erreichen kann.

zeit: Wie operiert man denn einen Karpfen?