Christian Graf (Hg.): Lexikon der Singer & Songwriter - vom Protestsong zum Neo-Folk Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001 442 S., 29,80 DM Ein Mann steht am Flipper, die Kugel klackert, er erzählt Geschichten.

Renaldo and Clara heißt der Film von Bob Dylan, David Blue ist der Mann und Sänger (geboren 18. Februar 1941) - beides ignoriert von Medien, die zu Jubiläen nur zeigen, was man ohnehin kennt. Schön, wenn Lexika Lücken schließen, Verstecktes hervorkramen: Sängerinnen wie Robin Holcomb, Sophie B.

Hawkins oder Jane Siberry, Komponisten wie Nick Drake oder Lee Clayton. Der Begriff Singer & Songwriter ist so weit gefasst wie die aufgenommenen Genres.

Hier werden Schubladen aufgezogen. Große Namen wie Dylanbowiecohenyoungreed wären jedoch entbehrlich gewesen.

Alexis Petridis: Neil Young aus dem Englischen von Christoph Gurk Hannibal/Verlagsgruppe Koch, A-Höfen 2001 185 S., 20,- DM Einfach ist nichts an ihm. Entweder verstört er sein Publikum mit Balladen oder malträtiert es mit brachialer Lautstärke. Man liebt ihn und stöhnt zugleich. Neil Youngs Karriere umfasst 34 Jahre, auch für den hart gesottenen Fan genug Zeit, vieles zu vergessen. Die neue Reihe The Music Makers wäscht Nuggets aus der trüben Erinnerung (auch über The Clash und Tom Waits).

Bielefelder Katalog Jazz 2001 - Compact Discs, MusiCassetten, Schallplatten Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart 2001 1002 S., 32,80 DM Wer zu oft in jene ahnungslosen Augen sah, die hinter Ladentheken behaupten, diese oder jene CD sei leider nicht erhältlich, den, die oder das gebe es nicht, der schätzt Ziegelsteine wie diesen Katalog, der seit 35 Jahren von Deutschlands kundigstem Jazzexperten Manfred Scheffner betreut wird.

Besonders genussvoll: ein Titelverzeichnis der Kompositionen mit all ihren Interpreten. My Funny Valentine, beispielsweise. 93-mal das berührendste Liebeslied (von Rodgers & Hart). Natürlich auch als CD-ROM erhältlich.