Sommerzeit, Ferienzeit. Die einen suchen den Platz an der Sonne, unverdrossene Kultursüchtige wallfahren zu den Theater- und Opernfestivals.

Da hängt sich die eine oder andere Kunst- oder Verkaufsveranstaltung gern ein bisschen mit dran. Auf die gute Laune der Seligen vom Grünen Hügel in Bayreuth setzen nebenher beispielsweise 30 Kunst- und Antiquitätenhändler in der benachbarten historischen Altstadt von Bamberg mit einem hochwertigen Angebot (bis 24. August) bei den "Antiquitätenwochen".

Ob auch die Art Basel darauf spekuliert, dass in der Vorweihnachtszeit die Dollars im milden Winterklima von Miami Beach noch lockerer sitzen als im Juni in Basel? "Art Basel Miami Beach" nennt sich das Schweizer Exportprojekt, das vom 12. bis 16. Dezember erstmals in Florida stattfindet.

Auf den ersten Blick ein überraschendes Unterfangen. Sollten ausgerechnet die Amerikaner nicht in der Lage sein, eine eigene Messe auf die Beine zu stellen? Denn, wenn nicht hier, wo denn sonst, sitzt die geballte Macht des Marktes?

Die Idee für einen Ableger der weltweit bedeutendsten Kunstmesse in der tüchtigen Schweiz kam aus dem amerikanischen Sonnenstaat selbst. Donald Rubell, Sammler zeitgenössischer Kunst aus Miami und Besitzer einer Hotelkette, gehört mit seiner Frau Mera und weiteren drei Familienmitgliedern zu den bereits mehr als 100 einem Komitee beigetretenen ortsansässigen Förderern aus Kultur, Politik und Wirtschaft für die Beach-Messe.

"Seit 22 Jahren besuchen wir die Art Basel", sagt Rubell, "alle Versuche, in Amerika etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen, haben nicht funktioniert. Bei der fast namensgleichen Art 2001 in Chicago im Mai war das Angebot bei weitem nicht so gut. Also haben wir uns gedacht, warum nehmen wir nicht gleich das Original?"

Unter dem Ehrenvorsitz des Bürgermeisters von Miami Beach, Neisen O. Kasdin, sehen die amerikanischen Enthusiasten schon im Sommer dem neuen aufregenden "Winter-Rendezvous-Platz" der internationalen Kunstwelt entgegen und tun das ihre zum Gelingen dazu. Sie werden während der Messe ihre privaten Sammlungen dem Publikum öffnen. So auch Donald Rubell, der ein ganzes ehemaliges Lagerhaus mit Avantgardekunst angefüllt hat und bei dem neben Arbeiten von Damien Hirst, Mauricio Cattelan, Charles Ray und Jeff Koons auch ein Wiedersehen mit Teilen des deutschen Biennalebeitrags von Gregor Schneider und seinem Haus ur angesagt ist.