Ein kleines Haus an der C'te d'Azur oder ein Apartment in Barcelona. Den Ruhestand dort genießen, wo es schön ist. Für viele künftige Rentner könnte der Lebensabend am Mittelmeer allerdings ein Traum bleiben - denn wer Deutschland verlässt, muss zahlen. Betroffen ist jeder, der vom kommenden Jahr an mit der staatlich geförderten Riester-Rente privat fürs Alter spart.

Eine "schädliche Verwendung" der staatlichen Rentenzuschüsse vermutet Finanzminister Hans Eichel bei denjenigen, die sich später in Frankreich, Italien oder sonstwo niederlassen. Eine Publikation aus seinem Hause erklärt, was flüchtigen Privatrentnern droht: "Bereits gewährte Fördermittel werden zurückgefordert." Im Klartext heißt das: Jede Mark Zulage und alle steuerlichen Vorteile fließen wieder zurück in die Staatskasse.

Riester-Rentner im Ausland bekommen somit monatlich 15 Prozent weniger.

Der Finanzminister will offenbar eine kollektive Steuerflucht in den sonnigen Süden verhindern. Schließlich müssen die Daheimgebliebenen ihre private Rente beim deutschen Fiskus versteuern. Allen im Ausland wohnenden Ruheständlern bleibt vom ursprünglich staatlich geförderten Vermögen nur noch eine abgespeckte Lebensversicherung oder ein Fondsguthaben. Und was ihnen daraus regelmäßig als Rente in den Süden überwiesen wird, ist - je nach Einzelfall - auch noch bei den dortigen Finanzbehörden zu versteuern.