Die Banken von morgen werden Fabriken sein - so genannte Bankfabriken.

Maschinen sollen die Arbeit von Menschen übernehmen. Fast jeder zehnte von insgesamt einer Million Arbeitsplätzen in der deutschen Finanzwirtschaft könnte deshalb in den kommenden Jahren wegfallen. Eine Horrorvision? Nur zum Teil.

Tatsächlich denken die Geldhäuser darüber nach, ihren Zahlungsverkehr und das Wertpapiergeschäft künftig über externe Banken - die Bankfabriken - abzuwickeln. Holt man dazu die Konkurrenten ins Boot, könnte das die Kosten deutlich senken, ähnlich den Skaleneffekten einer Industrieproduktion. Und Kosten zu senken gilt in der Branche als das Gebot der Stunde: Die Deutsche Bank musste im ersten Halbjahr 2001 von jeder eingenommenen Mark rund 74 Pfennig für Verwaltungskosten zurücklegen

gut zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Commerzbank stellt keine Mitarbeiter mehr ein. Die HypoVereinsbank dünnt ihr Filialnetz aus und streicht 5000 Arbeitsplätze.

Kein Wunder, dass "Kooperationen in Teilbereichen" - so nennen Bankvorstände die Grundsteinlegung einer Bankfabrik - wieder im Gespräch sind.

"Wahrscheinlich ist der Kostendruck bald groß genug", sagt Peter Backmann, Senior Consultant der Unternehmensberatung Mummert und Partner. Bisher taten sich die Banken schwer, ihren Zahlungsverkehr gemeinsam abzuwickeln. "Da fließen Kundendaten", so Backmann, "die gibt kein Institut gern aus der Hand."