Die Liste der Aspiranten war vom Feinsten: von Anheuser-Busch über Scottish & Newcastle bis zur South African Brewerie - alle unter den Top Ten des internationalen Brauereigeschäfts. Nun ging die Bremer Traditionsfirma Beck & Co. für knapp 3,5 Milliarden Mark an die belgische Biergruppe Interbrew, weltweit die Nummer zwei. Gerade erst hatte sie die Altbiermarke Diebels geschluckt. Schneller als zunächst erwartet gerät der zersplitterte deutsche Biermarkt ins Blickfeld der Riesen. Mit einem Ausstoß von rund 110 Hektolitern kommt die hiesige Branche auf ein Drittel des Absatzes in der Europäischen Union. Aber dieses Volumen teilen sich mehr als 1200 Brauereien.

Die Hamburger Holsten-Gruppe (Marken: Holsten, König) ist mit 11,3 Millionen Hektolitern Marktführer.

Das Biergeschäft ist schwierig, weil der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt. Und auch die Zahl der Brauereien, meist in Familienbesitz, wird einer Studie der Unternehmensberatung Arthur Anderson zufolge bis 2010 durch Fusionen und Aufgaben auf 400 schrumpfen - gute Chancen also für die übernahmebereiten ausländischen Giganten. Heineken-Chef Karel Vuursteen hat bereits verkündet, er wolle in zehn Jahren in Deutschland Marktführer sein.