Die Waffenlager mit Beton zuschütten, sie ständig von der Polizei bewachen lassen oder das gesamte Kriegsmaterial ins Ausland transportieren?

Noch weiß niemand, was die IRA unter der von ihr angebotenen "Entwaffnung" versteht. Ein historischer Durchbruch? Mitnichten, so schnell wird die irisch-republikanische Bewegung ihren Kampf nicht aufgeben. Die IRA-Apologeten um Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams haben längst begriffen, dass sie mit den unangetasteten Waffenarsenalen als Faustpfand in den vergangenen drei Jahren mehr erreicht haben als mit drei Jahrzehnten Bürgerkrieg davor. Ihre Gefangenen sind frei, zwei ihrer Minister sitzen in der nordirischen Regionalregierung, und als Nächstes stehen eine neue Polizei und der Abzug britischer Soldaten auf der Wunschliste. Adams wird den probritischen Unionisten dafür immer nur so viele Brosamen hinwerfen wie nötig, damit der Friedensprozess nicht verhungert.

Selbst wenn er wollte, er kann gar nicht anders. Adams weiß, wenn er vor den Briten die Waffen streckt, dürfte ihn das gleiche Schicksal ereilen wie einst Michael Collins. Der IRA-Führer hatte 1921 der Teilung der Insel zugestimmt und wurde dafür von seinen früheren Gefährten erschossen. Es sind dieselben Geister in der Real IRA, die heute schon wieder Verrat! schreien. Diese Dissidenten bleiben auch deswegen gefährlich, weil sie mittlerweile ihre eigenen Depots angelegt haben. Über deren Räumung spricht noch niemand. Wenn Unionistenführer David Trimble ins Amt zurückkehrt, bleibt ihm der republikanische Terrorismus erhalten. bit