Am Sarg für die New Economy wird kräftig gezimmert - von den Pleitiers der Internet-Ökonomie, von zerknirschten Analysten und Wissenschaftlern, jetzt auch von amerikanischen Statistikern. Die überraschten mit der Nachricht, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten während der vergangenen Jahre wesentlich langsamer wuchs als gedacht

allein für das Jahr 2000 wurde die Wachstumsrate um fast einen Prozentpunkt nach unten korrigiert. Nun setzten die Hüter über Amerikas ökonomisches Zahlenwerk noch einen drauf: Auch die Produktivität der US-Wirtschaft stieg im Jahr 2000 nicht wie angenommen um 4,3, sondern nur um 3,0 Prozent - ein gravierender Unterschied.

Die Produktivität - der Ausstoß an Gütern und Dienstleistungen pro Arbeitsstunde - ist die wohl wichtigste Kennziffer einer Volkswirtschaft. Je mehr sie zulegt, desto größer ist auch das Potenzial der Wirtschaft, ohne steigende Inflation zu wachsen. Dass sie, wie am Dienstag bekannt wurde, im vergangenen Quartal deutlich stieg, tut aktuell der Börse gut. Langfristig sagt die negative Korrektur mehr aus. Und zwar über die Idee von Fans der New Economy, dass Investitionen in neue Technologien hohes Produktivitätswachstum hervorgebracht haben und die gesamte Wirtschaft damit auf einen dauerhaft höheren Wachstumspfad einschwenken konnte. Die Statistik belehrt sie jetzt eines Besseren.

Keine Revolution also: Amerika erlebte während der vergangenen Jahre einen veritablen Aufschwung, aber keinen Quantensprung

seine Wirtschaft ist effizienter geworden, wurde aber nicht transformiert. Das Wachstumspotenzial der Vereinigten Staaten, von den Optimisten einmal auf 4 bis 4,5 Prozent beziffert, dürfte tatsächlich einen Prozentpunkt niedriger liegen. Noch immer ordentlich, aber nicht mehr extraordinär.

Die Folge: Amerika muss sich fragen lassen, warum es sich keine bessere Statistik leistet - und selbst vermeintlich unfehlbare Wirtschaftsgurus wie Zentralbankchef Alan Greenspan müssen sich Zweifeln stellen, ob sie in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben. Möglich, dass Greenspan während der zweiten Hälfte der neunziger Jahre die Zügel zu lange locker ließ, möglich, dass dadurch die Blase an den Börsen noch größer, die Überinvestitionen noch höher wurden. Dazu kommt, dass mit geringeren Produktivitätszahlen auch die Unternehmensprofite sinken. Glaubt man den Statistikern, legten sie schon im vergangenen Jahr um nur gut fünf Prozent zu - etwa halb so viel wie zuvor angenommen.

Geringere Gewinne bedeuten schwächere Bilanzen, die wiederum könnten dazu führen, dass sich amerikanische Unternehmen mit neuen Investitionen erst einmal zurückhalten werden. Schon jetzt hängt Amerikas schwache Ökonomie am Tropf der Verbraucher