Sei nun am Anfang gewesen das Wort oder der Große Knall, in Glaube wie in Wissenschaft beginnt die Welt mit einem akustischen Signal. Höhere Mächte flüstern nur selten, das fanden die Menschen wieder und wieder bestätigt, wenn der Zorn derer da oben anschwoll zu Orkan, Donner und Vulkanausbruch.

Wer die Macht hat, hat das Sagen und die Stimmgewalt.

Dies wäre von der kurzen Geschichte des Lärms schon der erste Teil.

Überschrift: Die natürliche Beschränktheit menschlicher Krachmacherei.

Zeitspanne: von den Urgründen bis zur Erfindung der Dampfmaschine.

Fortschritt: wenig. Was der Mensch über die Jahrhunderttausende immerhin gelernt hat: das göttliche Grollen nachzuahmen. Über der abendländischen Stadt läuten die Glocken und rufen die Menschen in die Kathedrale, damit sie den Orkan aus der Orgel wehen hören.

Teil zwei der Geschichte ist noch kürzer. Er reicht vom Beginn der Industriellen Revolution 1750 bis zum Auftritt der Beatles und der Rolling Stones. Was die Stunde geschlagen hatte, verkündete jahrhundertelang die Kirchturmuhr. Plötzlich gab die Fabriksirene den Takt an. Die ununterbrochene Bewegung der Dampfmaschine fegte alles Menschliche hinweg. Schichten von bis zu 35 Stunden, übermüdete Arbeiter, die in die Räderwerke stürzten, Kinder, die sich zwischen den Maschinen schlafen legten, um den Beginn der nächsten Schicht nicht zu verpassen ... Lärm war da noch das geringste Problem!