Das Abkommen zwischen Novartis und der Abteilung für Pflanzen und Mikrobiologie an der Universität Berkeley ist eine der umstrittensten Kooperationen zwischen einer Hochschule und einem privaten Unternehmen.

Spektakulär ist die Zusammenarbeit nicht nur deshalb, weil sich ein ganzes Department der angesehensten staatlichen Universität der Vereinigten Staaten an eine einzige Firma bindet, die dem Institut jedes Jahr 5 Millionen Dollar für seine Forschung zur Verfügung stellt. Umstritten sind ebenso die weit reichenden Rechte, die Berkeley dem Chemieunternehmen einräumt:

* Zwei Mitglieder der Firma sitzen in jenem Ausschuss des Instituts, der das Geld vergibt. Damit kann Novartis auf die Forschungsprojekte direkten Einfluss ausüben.

* Die Firma erhält den Zugang zu den Aufsätzen, Büchern und Vorträgen der Professoren und Doktoranden 30 Tage bevor sie veröffentlicht werden. Das gilt nicht nur für Projekte, die von Novartis gefördert werden, sondern auch für solche, in die staatliche Gelder fließen.

* Novartis kann die Universität bitten, auf bestimmte Entdeckungen Patente anzumelden, und bekommt das Recht, als Erste eine Lizenz anzumelden. Die Patente selbst jedoch bleiben bei der Universität.

* Um Zeit für die Anmeldung eines Patentes zu gewinnen, kann Novartis darauf bestehen, die Veröffentlichung nach der 30-Tage-Frist um weitere 60 Tage zu verschieben.

* Novartis kann darauf bestehen, dass der Firmenname in Vorträgen oder Aufsätzen nicht genannt wird.