Makabre Konstante.

Mehr als 50 Jahre lang beteten Wissenschaftler und Journalisten immer wieder das gleiche Mantra, es gebe "jährlich eine Million Todesfälle durch Malaria".

Nun hat die Multilaterale Initiative gegen Malaria (MIM), der neben der Weltgesundheitsorganisation WHO mehrere staatliche amerikanische und europäische Forschungsinstitute und Pharmafirmen angehören, diese makabre Konstante der Tropenmedizin überprüft und neue Daten über die Seuche in einem Supplement des American Journal of Tropical Medicine and Hygiene veröffentlicht. Nach dieser neuen Schätzung liegt die minimale Opferzahl durch das Wechselfieber bei 700 000 bis 2,7 Millionen Toten jährlich, mehr als drei Viertel sind afrikanische Kinder.

Kühne Hochrechnung.

Etwa 400 bis 900 Millionen Fieberschübe durchleiden in den Endemiegebieten Afrikas allein die Kinder unter fünf Jahren. Ohne wirksame Kontrollmaßnahmen werde sich bis zum Jahr 2020 die Zahl der Fieberepisoden verdoppeln. Die hierbei auftretenden hohen Temperaturen und Krämpfe können die geistige und soziale Entwicklung erheblich stören. Solche Folgen lassen sich kaum quantifizieren, dürften jedoch die gravierendsten für die Betroffenen, ihre Familien und die Gesellschaft sein. Da verwundert es nicht mehr, dass das langjährige Wirtschaftswachstum in Malariagebieten fünfmal niedriger liegt als in wenig belasteten Regionen.

Das globale Bevölkerungswachstum wird ein Ende haben: In rund 70 Jahren sei bei neun Milliarden Menschen Schluss, heißt es in Nature (Bd. 412, S. 543).

Das wären fast drei Milliarden mehr als heute. Danach werde die Bevölkerungszahl sogar wieder leicht sinken, um 600 Millionen bis zum Ende des Jahrhunderts, schätzen Forscher aus dem österreichischen Laxenburg. Sie simulierten anhand von Trends Geburtenrate und Altersstruktur der unterschiedlichen Regionen der Erde. So werde 2050 jeder fünfte Westeuropäer älter als 80 sein, Europäer und Japaner würden künftig immer weniger Babys bekommen. In afrikanischen Gebieten südlich der Sahara hingegen werde es trotz Aids und Malaria bis 2085 mehr und mehr Menschen geben. Der Fehlerbereich solcher Langzeitrechnungen ist jedoch enorm: Anno 2100 könne die Weltbevölkerung 12,1 Milliarden Menschen betragen - oder nur 5,6 Milliarden.