Und hier der Verhandlungsterminkalender der kommenden Tage: Der WDR wird am Freitag mit der KirchGruppe am Grünen Tisch in die Verlängerung um die Fußball-Fernsehrechte gehen. Es konnte noch immer kein Kompromiss geschlossen werden, was die Tagesschau nun wie lange senden darf. Währenddessen sinken die Quoten der Fußballsendung ran im Kirch-Sender Sat.1 weiter, wohingegen die Erklärungen der Verantwortlichen immer blumiger werden. Je länger sich die Streitparteien nicht einigen, umso größer ist die Chance, dass sich der Fan an die unglaublich dynamischen dpa-Standbilder gewöhnt, die derzeit gern für Fußballmeldungen verwendet werden.

Ebenfalls in die nächste Verhandlungsrunde geht Marcel Reich-Ranicki mit dem ZDF. Kommenden Mittwoch soll bekannt gegeben werden, ob der 81-jährige Literaturpapst das Literarische Quartett weiterführen will. Vielleicht kann das ZDF schon mal bei der dpa nach Bildern fragen.

Verhandlungen in den USA: Dort ist die Jagd auf das erste landesweite Interview mit dem Kongressabgeordneten Gary A. Condit eröffnet worden. Dessen noch ungeklärte Verwicklung in den Fall der verschwundenen Praktikantin Chandra Levy hat seinen Medienmarktwert über Nacht vervielfacht. Die New York Times rechnet derzeit mit einem Zuschlag an den CBS-Anchorman Dan Rather. Der Grund dafür liegt im immer weiter um sich greifenden "Bist du brav, bekommst du das Interview"-Spiel: CBS hatte sich bei der Berichterstattung um die Affäre im Vergleich zur Konkurrenz noch am stärksten zurückgehalten.

Verhandelt wurde selbstverständlich auch am Verwaltungsgericht in Karlsruhe.

Es hat nun festgelegt, dass der rein kommerzielle Straßenverkauf von Sonntagszeitungen eine Sondernutzungserlaubnis erfordere. Die Inhaberin einer Vertriebsfirma für Presseerzeugnisse hatte die Stadt Mannheim verklagt, weil sie der Ansicht war, dass der Handverkauf von Zeitungen an Sonntagen in Fußgängerzonen und in Zentren des Stadtgebiets erlaubnisfrei sei.

Kurz nach der gesetzlichen Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften hat nun eine Studie der Marketingberatung Gofelix, des Kondomherstellers Condomi und der Unternehmensberatung BBDO Consulting belegt, dass Schwule eine attraktive Werbezielgruppe sind. 40 Prozent aller schwulen Männer sind generell konsumfreudiger, ein überwiegender Teil verfügt über ein höheres Einkommen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Viele investieren überdurchschnittlich in Aktien und Investmentfonds und leben darüber hinaus körper- und gesundheitsbewusster. Interessante Details für das landesweit darbende Anzeigengeschäft?

Die gute Nachricht kommt diesmal aus der Aspekte-Redaktion. Die schicken wirklich für jedes Thema das geeignetste Team. Über die sinkenden Geburtenzahlen in Italien berichteten: Karin Storch und Giulio Papa.