Genug Stoff, um einen abendfüllenden Film daraus zu machen, liefert der private Fernsehsender Sat.1 derzeit aus den eigenen Reihen. Immer dann, wenn es so aussieht, als könnten die Berliner das schlechte Image aufbessern, die Verluste hinter sich lassen oder die schlingernden Fernsehquoten stabilisieren, tritt Leo Kirch, der Medienunternehmer und Mehrheitseigner, auf den Spielplan. Erst nötigte er Sat.1, ein überteuertes Filmpaket zu kaufen, dann nahm er dem Sender die Selbstständigkeit. Kirch ließ ihn in der ProSiebenSat.1 Media AG aufgehen. Und nun trägt er wesentlich dazu bei, das Image von Sat.1 und die Quoten gleich mit zu ruinieren, indem er die Fußballshow ran auf Samstagabend verlegt hat, eine denkbar unattraktive Zeit (20.15 Uhr).

Die Folge: Die guten Quoten von Sat.1 aus den ersten acht Monaten sind passé.

Zwischen 20 und 23 Uhr, in der besten Sendezeit also, erreichten die Berliner bisher im Schnitt 12,3 Prozent der Zuschauer, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Das gelang ihnen trotz der Dauerkonkurrenz durch Master-Quizmaster Günther Jauch. Die teure und als imagefördernder Zuschauermagnet gedachte Ware Fußball brachte jetzt dagegen nur zwischen acht und zehn Prozent. Ein Debakel. Und was sagt Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann? Der beißt die Zähne zusammen und schweigt.