Das Spielchen läuft üblicherweise so: Ein Unternehmen am Neuen Markt stürzt ab. Kleinaktionäre verlieren viel Geld, gehen zum Anwalt und klagen.

Bei Metabox ist das anders - jedenfalls zum Teil. Mehr als 170 Anteilseigner haben sich zusammengetan und nehmen die Zukunft des Unternehmens selbst in die Hand.

Die Aktionärsgemeinschaft Metabox vertritt rund zehn Prozent des Kapitals.

"Wir wollen einen konkreten Einfluss auf die Entscheidungen im Unternehmen", sagt ihr Sprecher Georg Kauffeld. Um dieses Ziel zu erreichen, dringt die Aktionärsgemeinschaft nach und nach in alle entscheidenden Gremien der Gesellschaft vor. Erst im Juni stieg einer aus ihren Reihen in den Vorstand von Metabox auf. Michael Heckeroth soll unter anderem die Kommunikation mit dem Finanzmarkt verbessern. Als Nächstes will die Aktionärsgemeinschaft einen Sitz im Aufsichtsrat.

Der Börsenkurs von Metabox ist seit Spitzenzeiten um rund 98 Prozent gefallen, das Unternehmen aus Hildesheim von der Insolvenz bedroht. Dennoch sei es mit den selbst entwickelten Settop-Boxen technologisch führend, sagt die Aktionärsgemeinschaft: Mit den kleinen grauen Kästen sollen heimische Fernseher zum Multimedium hochgerüstet werden - inklusive Internet, E-Mail und TV-Serien wie dem Schloss am Wörthersee.

Nicht alle sind davon überzeugt, dass es bei Metabox mit rechten Dingen zugeht. Gegen den Vorstandsvorsitzenden Stefan Domeyer ermittelt inzwischen der Staatsanwalt. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre hat eine Zivilklage eingereicht, weil Metabox im vergangenen Jahr einen Großauftrag über eine Milliarde Mark vorgetäuscht haben soll.

Um ihren Einfluss auf die Geschäftspolitik weiter auszudehnen, will die Aktionärsgemeinschaft noch mehr Mitglieder werben. Nächste Gelegenheit wäre die Hauptversammlung. Wann sie stattfinden wird, haben derzeit aber weder Aktionärsgemeinschaft noch die Chefetage von Metabox in der Hand - sondern allein der vorläufig eingesetzte Insolvenzverwalter.