Forscher des Nationalen Instituts für Alkohol-Abusus und Alkoholismus (NIAAA) in den USA sind der Überzeugung, dass positive Erwartungen ein bestimmtes Zentrum im Gehirn aktivieren. Dabei ist völlig gleichgültig, ob die "Belohnung" danach mit Drogen oder mit Geld erfolgt. Nucleus accumbens heißt der Suchtknubbel im Kopf. Tierversuche belegen, dass er bei der Selbstbedienung mit Alkohol oder Drogen aktiv wird. Hirnforscher des NIAAA und der Harvard University konnten nun zeigen, dass der Nucleus accumbens ebenfalls aktiv wird, wenn Versuchspersonen um echtes Geld spielen. Je höher der erwartete Gewinn (null, zwei, ein oder fünf Dollar), desto gereizter der Knubbel. Verloren die Spieler, blieb ihr Nucleus accumbens stumm, dafür reagierte eine benachbarte Hirnregion gereizt. Positive und negative Gefühle, so schließen die Forscher, laufen über verschiedene Schaltkreise im Kopf. Die Experten hoffen, künftig den Entzug bei Drogen besser verstehen und behandeln zu können. Wir hingegen kapieren endlich, warum die Millionärsspiele im Fernsehen so erfolgreich sind: Vor dem geistigen Auge nicht fünf, sondern 500 000 Dollar Gewinn - da muss doch der Suchtknubbel glühen. Und kein Wunder, dass Börsensendungen bei sinkenden Kursen Zuschauer verlieren.

Schierer Entzug! Statt des Lustkerns feuert der Verlustknoten. Da hilft nur noch eines: Investitionen in hochprozentige Werte. Der Accumbens wird's danken.