zeit: Sie absolvieren den Projektstudiengang "Wirtschafts- und Wissenschaftsfilm" an der Filmakademie Baden-Württemberg. In Ihrem letzten Film sind Sie mit Ihrer Koregisseurin Corinna Schwemer der Frage nachgegangen, warum Pinguine auf dem Eis keine kalten Füße bekommen.

Susanne Decker: Ja, wir erklären das Prinzip des Gegenstrom-Wärmeaustauschs im Pinguinfuß.

zeit: Klingt ein bisschen nach der Sendung mit der Maus.

Decker: Stimmt. Die Vorgabe war, in höchstens vier Minuten eine Warum-Frage zu beantworten. Solche Formate kann man nachher auch gut in Wissenschaftssendungen unterbringen. Wir hatten allerdings einige Probleme beim Pinguin-Casting. Zum Glück sind wir im Tierpark Hellabrunn in München fündig geworden.

zeit: Waren die Pinguine willige Darsteller?

Decker: Das war eine echte Zitterpartie, der Pfleger hat uns gleich gesagt, dass die Tiere nur ins Freigehege gehen, wenn sie wollen. Als wir dann mittags mit dem Aufbauen fertig waren, hatten sich die Pinguine gerade den Bauch mit Fischen vollgeschlagen und erst einmal überhaupt keine Lust, sich nach draußen zu bewegen. Die typische Situation, in der Produzenten eine Gänsehaut kriegen.

zeit: Sie haben die Pinguine gegen Menschen antreten lassen, um herauszufinden, wer länger mit nackten Füßen auf dem Eis stehen kann.