Der Donnerstag wird mich in Bonn sehen, wo noch immer die Hauptabteilung Rüstung sitzt. Hoffentlich dauern die Gespräche nicht zu lange, im Berliner Ministerium möchte ich nämlich nachmittags mit meiner Mannschaft den "Seemannssonntag" begehen. Das ist eine Tradition aus der Seefahrt, die wird an Bord streng eingehalten. Jeder Smutje, der das vergisst, bekommt mächtig Ärger. Man setzt sich zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zusammen und redet, was man so reden will.

Der Freitag beginnt morgens mit der Einsatzlage, einer Videokonferenz zwischen dem Führungszentrum der Bundeswehr in Bonn und dem Ministerium. Die Lage in den Gebieten, in denen Bundeswehrsoldaten im Einsatz sind, wird besprochen - natürlich wird auch und ganz besonders nach Mazedonien geschaut. Sicher werde ich an diesem Morgen mit dem Minister telefonieren. Der Rest des Tages ist der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb gewidmet. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Modernisierung der Bundeswehr: Alle Aufgaben, die nicht zu den militärischen Kernaufgaben gehören und die von der Wirtschaft effizienter bewältigt werden können, sollen von dieser erledigt werden.

Samstag früh geht es nach Oberfranken zu meinem Schwiegervater, um mit ihm und meiner Frau das Wochenende zu verbringen. Samstag ist Fußballtag! Ich bin ein ganz großer Fan von Fußball im Radio. Wenn es irgendwie geht, und sei es im Autoradio, höre ich mir die Reportagen aus den Stadien an, vor allem die Konferenzschaltung zum Schluss. Am schönsten ist es, wenn Sabine Töpperwien am Mikrofon ist. Der Sonntag gehört dem Gottesdienst und der frischen Luft.

Mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Stolpe fliege ich am Montag nach Wilhelmshaven, die Fregatte Brandenburg inspizieren, für die er die Patenschaft innehat. Darauf freue ich mich, bin ja ein Amateurseemann und habe mal bei der Marine gelernt. Um 16 Uhr muss ich schon wieder im Kanzleramt sein, die Fraktionsspitzen über die Lage in Mazedonien informieren. Nach einem Treffen der beamteten Staatssekretäre, die die Kabinettsarbeit vorbereiten, geht es an den sicher mit Akten prall gefüllten Schreibtisch, denen der Abend gehören wird.

Am Dienstag werde ich wieder in Bonn sein und ein wichtiges Gespräch mit einer Unternehmensberatung führen. Das Verteidigungsministerium hatte bis zum Regierungswechsel kein zentrales Controlling. Seit diesem Jahr nun gibt es eins, der Aufbau dauert seine Zeit, aber es lohnt sich - schließlich sind wir für mehr als 46 Milliarden Mark Steuergelder verantwortlich. Abends dann Flug nach Berlin. Der Aktenberg dort wird wohl den Weg zum Abendbrot versperren.

Am Mittwoch möchte ich eine Reihe von Personalgesprächen führen. Gute Leute zu haben ist das Wichtigste. Am besten sucht man nach Bewerbern, bei denen man überzeugt ist, dass sie besser sind als man selbst. Anschließend setze ich mich mit meinen Mitarbeitern im Büro zusammen, um zu bilanzieren: Wo haben wir richtig gehandelt, wo haben wir mit Prognosen danebengelegen, wie sehen unsere künftigen Aufgaben aus? Und was gibt es dem Minister zu berichten in seinem Urlaub?