Es war einmal eine Fernsehserie, die nannte man Big Brother . Sie sorgte für gar heftige Aufregung, wo auch immer sie gezeigt wurde. Doch bald wurde Big Brother den Menschen langweilig, und kein Hahn krähte mehr danach. Zeit für die wissenschaftliche Evaluation: Hundert Tage Aufmerksamkeit - Das Zusammenspiel von Medien, Menschen und Märkten bei "Big Brother", eine knapp 460 Seiten starke Studie, herausgegeben von Karin Böhme-Dürr, Professorin für Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, und Thomas Sudholt, Geschäftsleiter Research beim Medienvermarkter IP Deutschland, der für RTL 2 Werbung verkaufen muss. Will man etwa neue Werbekunden anzufüttern? Vielleicht für eine neue Staffel?

Als ob sich zwei Mannschaften nach 90 Minuten Spielzeit und Verlängerung doch nur mit einem 0 : 0 trennen: Wenige Stunden nachdem sich die KirchGruppe mit der ARD über die Tagesschau-Berichterstattung geeinigt hatte, stürzten die Quoten der Sat.1-Fußballshow ran auf einen neuen Tiefststand und zwangen die Programmverantwortlichen, über eine Rückholaktion der samstäglichen Sendung auf 18.30 oder 19 Uhr nachzudenken. Der Zuschauer habe seinen Willen durchgesetzt, jubelten daraufhin die Öffentlich-Rechtlichen. Wenn das Schule macht ...

Die gute Nachricht kommt vom Medienredakteur Alexander Gorkow, der nach exakt sieben offiziellen Arbeitstagen bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gekündigt hat, um zur Süddeutschen Zeitung zurückzukehren. "Wegen Heimweh", wie er sagt. "Die Süddeutsche ist eine Zeitung, die einen nicht so leicht loslässt." Dort wird er wieder ab 1. September arbeiten, allerdings nicht im Medienressort, wohin ja bereits Hans-Jürgen Jakobs vom Spiegel heimkehren wird, sondern dem Vernehmen nach in einer Projektgruppe für - eine neue Wochenendbeilage.

Sigrid Neudecker (offline@zeit.de)