500 000 Dollar, das wären 1,14 Millionen Mark, ein Haus für die Familie, eine Kindheit frei von wirtschaftlicher Not. Und das wäre wunderwunderschön, denn mit dem Einkommen von Vater Jason, 32, Internet-Redakteur in Manhattan, nicht zu bewerkstelligen.

Baby Black hätte also Kraft heißen können oder Mars oder Coke oder - Hoffnung der Mutter - Campbell, wie die Dosensuppe, die einst Andy Warhol Modell stand.

A Boy Named Soup?, fragte die New York Times, kalauernd mit dem alten Johnny-Cash-Song A Boy Named Sue. Die Zeitung beschloss, das Kind "fürs Erste" nach dem Aktienindex Nasdaq zu nennen und die Sache nicht sentimental, sondern finanziell zu betrachten: "Kinder sind ein schlechtes Investment. Langfristig gebundenes Kapital. Keine Garantie auf Rendite zu Lebzeiten des Investors."

Ein Scherz, das alles? Nein, wirtschaftliche Logik. Große Konzerne, die den Raum und die Zeit beherrschen, indem sie auf allen Erdteilen und 365 Tage lang rund um die Uhr operieren, sie greifen sich jetzt das nächste verfügbare Gut: die Identität.

Skeptiker könnten hier einwenden, nicht den Blacks sei ein unsittliches Angebot gemacht worden, die Eltern selbst hätten die Idee gehabt. Das stimmt. Freilich haben sie nur Gespür für einen Trend bewiesen.

Eine stichprobenartige Erhebung des Internet-Anbieters americanbaby.com ergab: Von 600 Eltern würden 21 Prozent den Namen ihres Kindes für Geld hergeben, weitere 28 Prozent würden es immerhin erwägen.

Ob sich heute oder morgen ein Konzern findet, scheint weniger eine Frage des Gewissens als der gewissenhaften Kalkulation. Wie viele Kontakte bringt ein Markenvorname über die Jahre? Rechnet sich das? Und wäre die zu erwartende öffentliche Empörung über die Taufe der Sache abträglich oder sogar förderlich? Das alles will erwogen und in Businesspläne eingearbeitet sein. Vielleicht hätten sich die Blacks etwas früher melden sollen? Andererseits: Welches Unternehmen kauft schon eine Katze im Sack?