Selbst wenn der Minister fort ist, ist er immer da. In seiner Verantwortung als Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte ist er unvertretbar. Die Konsequenz aus seiner bloß physischen Abwesenheit heißt für den Sekretär - und ein Staatssekretär wie ich ist kaum etwas anderes -, dass die Verantwortung um ein kleines Stück größer ist als gewöhnlich. Auch sonst bin ich häufig in Vertretung des Ministers unterwegs. Nun muss ich mir immer die Frage stellen, behellige ich damit den Chef oder behellige ich ihn nicht.

Bei dem höllischen Job eines Verteidigungsministers sollte man sehr darauf achten, dass er seine Ruhepause hat. Das wird nicht gelingen, dazu sind die Zeiten zu turbulent. Also muss der Sekretär jeden Morgen überlegen, was sage ich dem Minister, wie viel Urlaubszeit stehle ich ihm und was kann ich ihm vom Halse halten.

Der DONNERSTAG wird mich in Bonn sehen, wo noch immer die Hauptabteilung Rüstung sitzt. Hoffentlich dauern die Gespräche nicht zu lange, im Berliner Ministerium möchte ich nämlich nachmittags mit meiner Mannschaft den Seemannssonntag begehen. Das ist eine Tradition aus der Seefahrt, die wird an Bord streng eingehalten. Jeder Smutje, der das vergisst, bekommt mächtig Ärger. Man setzt sich zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zusammen und redet, was man so reden will.

Der FREITAG beginnt morgens mit der Einsatzlage, einer Videokonferenz zwischen dem Führungszentrum der Bundeswehr in Bonn und dem Ministerium. Die Lage in den Gebieten, in denen Bundeswehrsoldaten im Einsatz sind, wird besprochen - natürlich wird auch und ganz besonders nach Mazedonien geschaut.

Sicher werde ich an diesem Morgen mit dem Minister telefonieren. Der Rest des Tages ist der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb gewidmet.

Sie ist ein wichtiges Instrument zur Modernisierung der Bundeswehr: Alle Aufgaben, die nicht zu den militärischen Kernaufgaben gehören und die von der Wirtschaft effizienter bewältigt werden können, sollen von dieser erledigt werden.

SAMSTAG früh geht es nach Oberfranken zu meinem Schwiegervater, um mit ihm und meiner Frau das Wochenende zu verbringen. Samstag ist Fußballtag! Ich bin ein ganz großer Fan von Fußball im Radio. Wenn es irgendwie geht, und sei es im Autoradio, höre ich mir die Reportagen aus den Stadien an, vor allem die Konferenzschaltung zum Schluss. Am schönsten ist es, wenn Sabine Töpperwien am Mikrofon ist. Der SONNTAG gehört dem Gottesdienst und der frischen Luft.