Drei Generationen von Stars sind drei Generationen von Schauspielern sind drei Generationen von Einbrechern. Mit anderen Worten: Marlon Brando spielt einen Hehler, Robert De Niro einen Einbrecherkönig, und Edward Norton gibt den ambitionierten Nachwuchsdieb, der den alten Hasen mal zeigen will, wo Bartel den Most holt. Alle drei sind hinter einem gut gesicherten Zepter von natürlich unermesslichem Wert her. Was es genau damit auf sich hat, tut weiter nichts zur Sache, weil es in Frank Oz' The Score eigentlich um Zeit und Arbeit geht. "Langsam, Stück für Stück", lautet De Niros Einbruchsmaxime, die gleichzeitig den Rhythmus des Films vorgibt

ungefähr so wie die wohltemperierte Jazzmusik, die De Niros Alibi-Existenz als Jazzkneipier begleitet. So arbeitet The Score in der Tradition von Caper-Movies wie Rififi auf den finalen Einbruch zu, den De Niro und Computer-Spezi Norton als das notorisch ungleiche Gespann (Handarbeit versus New Media) entwickeln. Brando hat als Mann im Hintergrund ein paar schöne und garantiert improvisierte Auftritte - und weist mit seinem Begrüßungsspruch "Großvater ist da!" gleich selbst darauf hin, dass hier drei Schauspielergenerationen mit- und gegeneinander antreten - Klassik, old school und Gegenwart. Am Ende kommt es zum absehbaren Showdown zwischen De Niro und Norton, obschon der Film sich längst für Brando und De Niro entschieden hat. Vielleicht nicht gerade sensationell, dafür aber sympathisch - und für De Niro der erste erträgliche Film seit Ronin. Jan Distelmeyer