Wenn die Tage lang und länger werden, dehnt sich auch die Zeit. Vor allem dann, wenn der Alltag so wenig aufregend verläuft wie in diesem Ferienort.

Aber zum Glück sind sie zu zweit, und die Saisonflaneure sind auch schon da: Die kann man beobachten und ihnen was andichten, eine verbotene Liebe, ein vertuschtes Verbrechen. So lässt sich spekulieren, ob die Fantasie zur Wirklichkeit taugt - kein schlechtes Rezept gegen Langeweile.

Mit seinem nunmehr sechsten Film war unser Regisseur und Drehbuchautor (bis dahin eher bekannt für seinen Großstadtrealismus) in die Landschaft seiner Jugend zurückgekehrt. Dabei verklärte er aber keineswegs die Vergangenheit

vielmehr ließ er seine zwei jungen Helden eine zeitgemäß komplizierte Geschichte um ein Familiengeheimnis erleben. Erstes Liebeswerben, viele Missverständnisse und ein paar böse Träume finden darin Platz, aber auch ein märchenhaftes Finale auf der Strandpromenade.

Es ist, wie so oft in den Filmen dieses Menschenkenners, rein gar nichts, wie es anfangs scheint. Wenn etwa brave Nonnen baden gehen und ein Elefant in die Kirche marschiert, dann sind das keine Träume, sondern skurrile Bilder auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Wie überhaupt viele Momente im Gedächtnis bleiben, so intensiv, dass man sie fast spürt: das Geräusch nackter Füße beim Laufen durch den Sand, den Geruch nach Muscheln und Tang. Und wo Worte versagen oder fehlen, lässt der Regisseur Musik sprechen. Übrigens ein Stilmittel in vielen seiner Filme, die letztlich auf unterschiedlichste Art doch ein Motiv umkreisen: die Tragik unerfüllter Wünsche.

Hier aber scheint zum Schluss das Glück am Strand zu liegen und nur darauf zu warten, dass einer kommt und es aufhebt. Wie heißt der Film?

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