Wer darauf wetten möchte, dass der Euro steigt, findet an der Börse reichlich Gelegenheiten. Profis zum Beispiel versuchen ihr Glück mit Futures. Der Kurs dieser Finanzkontrakte ist an den Wert einer bestimmten Größe gekoppelt, in diesem Fall den Euro. Futures bieten reichlich Nervenkitzel, bergen allerdings ein immenses Risiko. Anleger können damit Haus und Hof verspielen, aber auch ein Vermögen gewinnen.

Der Clou besteht darin, dass man anfangs nicht den ganzen Kontrakt bezahlen muss, sondern nur einen Bruchteil. Für einen Kontrakt im Gegenwert von 125 000 Dollar verlangt der Makler einen so genannten Einschuss von 2349 Dollar, also rund zwei Prozent der Vertragssumme. Steigt der Euro um einen Cent, gewinnt der Future 1250 Dollar an Wert. Der Future-Käufer kann also schnell ein Mehrfaches seines Einsatzes gewinnen.

Der Haken bei der Sache: Fällt der Eurokurs, fordert der Makler sofort eine Nachzahlung. Geht die Spekulation schief, muss der Anleger praktisch unbegrenzt Geld nachschießen.

Kleinanleger greifen deshalb zu Calls, Optionsscheinen, die auf steigende Eurokurse setzen. Der Unterschied zu Futures: Man kann den Schein verfallen lassen. Dann verliert man lediglich den Einsatz. Das Risiko ist überschaubarer, dennoch ist auch hier ein Totalverlust möglich. Bei den Calls gibt es eine "unendliche Vielfalt", sagt Dirk Schmidt, Anlageberater beim Bankhaus Hornblower Fischer. Welchen Schein der Anleger auswählt, hänge letztlich von seiner Mentalität ab. Weil jedes Papier eine andere Kombination von Risiken und Chancen hat, sind sie für Anleger nur schwer vergleichbar, warnt Schmidt.

Ein Beispiel: Ein Euro-Call der DG Bank (WKN 618147) beinhaltet das Recht, bis zum 16. September 2002 Euros zu einem Kurs von 95 US-Cent zu beziehen. Da der Euro derzeit darunter liegt, ist der Schein - im Jargon der Banker - "aus dem Geld". Erst bei Kursen über 95 Cent ist er "im Geld" und besitzt dann einen "inneren Wert" - nämlich die Differenz zwischen dem aktuellen, höheren Kurs und dem Bezugskurs.

Der Preis eines Calls hängt auch von der Laufzeit ab. Je länger das Papier läuft, desto größer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit. Das lassen sich die Banken allerdings bezahlen: Ein Papier ist teurer, je später es fällig wird.

Weil die Restlaufzeit ständig sinkt, fällt also der Preis des Calls tendenziell. Ebenfalls wichtig: Die Volatilität, also die täglichen Kursschwankungen des Euro, geht in den Preis des Calls. Je größer die Schwankungen, desto größer die Chance. Da Chancen bezahlt werden müssen, ist ein Call teurer, je größer die Volatilität ist. Das heißt auch: Geht die Volatilität zurück, fällt der Preis des Calls - selbst wenn der Wechselkurs des Euro leicht ansteigt.