Jason Black und seine Frau Frances aus Mount Kisco bei New York freuen sich über die Geburt ihres dritten Kindes, und wir gratulieren von dieser Stelle aus recht herzlich. Es ist ein Junge, geboren am 27. Juli 2001, und er heißt, er heißt - ja, wie er heißt, das wollten die Blacks nicht selbst entscheiden.

Sie boten den Vornamen über eBay und Yahoo zur Versteigerung im Internet an.

Mindestgebot: 500 000 Dollar. Ein großer Konzern sollte zugreifen: Lebenslange Werbung gegen einmalige Zahlung.

500 000 Dollar, das wären 1,14 Millionen Mark, ein Haus für die Familie, eine Kindheit frei von wirtschaftlicher Not. Und das wäre wunderwunderschön, denn mit dem Einkommen von Vater Jason, 32, Internet-Redakteur in Manhattan, nicht zu bewerkstelligen.

Baby Black hätte also Kraft heißen können oder Mars oder Coke oder - Hoffnung der Mutter - Campbell, wie die Dosensuppe, die einst Andy Warhol Modell stand.

A Boy Named Soup?, fragte die New York Times, kalauernd mit dem alten Johnny-Cash-Song A Boy Named Sue. Die Zeitung beschloss, das Kind fürs Erste nach dem Aktienindex Nasdaq zu nennen und die Sache nicht sentimental, sondern finanziell zu betrachten: Kinder sind ein schlechtes Investment.

Langfristig gebundenes Kapital. Keine Garantie auf Rendite zu Lebzeiten des Investors.