Arbeitnehmer als "Manövriermasse des Kapitals, die man im Abschwung mal eben auf die Straße setzt", das sei mit ihm nicht zu machen, sagte Gerhard Schröder in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem stern. Der Kanzler hat Recht - nicht nur, weil er als guter Sozialdemokrat damit die Interessen der Arbeiter verficht, sondern auch, weil er - ganz Mann der Mitte - so den Aktionären hilft.

Eine umfängliche Studie der Consulting-Gruppe Bain & Company unter 288 amerikanischen Großunternehmen kam jetzt zu dem Schluss, dass hire and fire dem Aktienkurs schadet: Firmen, die als Reaktion auf ihre wirtschaftliche Notlage während der vergangenen Jahre 15 Prozent und mehr ihres Personals entließen, verzeichneten eine weitaus schwächere Kursentwicklung als der Durchschnitt aller anderen Unternehmen. Bei Betrieben, die wiederholt Beschäftigte freisetzten, sei der Aktienwert sogar noch stärker in den Keller gegangen. Der Grund: hohe Kosten im Zusammenhang mit den Entlassungen, ein Vertrauensverlust in der Belegschaft, weniger Innovation, geringere Produktivität.

Besser als vorschnelles downsizing, so der Vorschlag der Berater, sei es für das Management, die Firmenstrategien zu überdenken. Ein Rat, da darf man sicher sein, der ganz im Sinne auch des deutschen Kanzlers ist.