Auf der Suche nach dem letzten Kick: In Australien warten 29 Profisurfer auf die Monsterwelle, 33 Meter soll sie aufsteigen - und auf denjenigen, der sie bezwingt, wartet die hübsche Summe von umgerechnet einer Million Mark.

Und - vielleicht - eine kurze Heldenverehrung in den Zeitungen und im Fernsehen.

Die Herausforderung für passionierte Läufer: ein Marathon in der marokkanischen Wüste, bei dem in einer Woche 230 Kilometer bei sengender Hitze - 40 Grad im Schatten - bewältigt werden müssen. Nur ein paar hundert kämpfen sich durch den glühenden Sand.

Der Ansporn für Inlineskater: Basejumping. Angeseilt, stürzen die Skater an den Wänden von Hochhäusern hinab. Noch wahnsinniger geht es in den Vereinigten Staaten zu. Dort lassen sich Fallschirmspringer - ohne Inlineskates - von Gebäuden, Felsen, Klippen oder Türmen fallen, wobei der Fallschirm zum letztmöglichen Zeitpunkt geöffnet wird. Eine Sportart, die nicht nur hierzulande verboten ist.

Wem der Triathlon noch zu harmlos ist, bei dem 3,8 Kilometer schwimmend, 180 Kilometer per Fahrrad und 42,2 Kilometer per Pedes zurückgelegt werden müssen, der nehme das Ganze mal 10 und landet beim Ultra-Triathlon: 380 Kilometer schwimmen, 1800 Kilometer Fahrrad fahren, 420 Kilometer laufen.

"Das Risikoerleben im 21. Jahrhundert", beschreibt der Hamburger Freizeitforscher Horst W. Opaschowski die Suche nach dem Ultrakick, "hat einen Eigenwert bekommen."

Massensportarten versprechen diese Leibesübungen nicht zu werden. Den Ultra-Sportlern geht es ums eigene Ego und sonst nichts. "Ich will von mir sagen: Ich lebe mein Leben", erläuterte jüngst Stefan Pyttlik in einem Interview seine Passion für Kiteboarding, das dem Wassersurfing den Rang abzulaufen scheint. Mit Brett und Luftkissendrachen können die Boarder Wellen abreiten, Manöver machen und bis zu fünf Meter hohe Sprünge vollführen.