Frank Lloyd Wright Die lebendige Stadt. Ein geräumiges Haus, sanfte Hügel und saftige Wiesen - gibt es ein schöneres Wohnen? Nicht für Frank Lloyd Wright (1867-1959). Deshalb plante der Architekt des berühmten Hauses Fallingwater, Pennsylvania, und des Guggenheim-Museums, New York, zeitlebens auch allermodernste Siedlungen derart großzügig in die Landschaft hinein, als biete die Welt überall so viel Platz wie etwa im Bundesstaat Texas. Die Vision der naturnahen Stadt - mitsamt Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen und, weil Wright eine Schwäche für Autos hatte, einem ausgeklügelten Straßennetz - der amerikanische Baumeister hatte sie bis ins Detail durchdacht. Zuerst im nie ausgeführten Entwurf seiner Traumstadt Broadacre City, (1935), dann weiter entwickelt im städtebaulichen Projekt The Living City. Das mächtige Holzmodell der ebenfalls nie gebauten Lebenden Stadt steht jetzt im Zentrum der Berliner Schau. Spaß macht sie, weil sie anschaulich ist und auf kluge Inszenierung setzt. Lebendig gemischt werden Modelle und Möbel, die der Allroundkünstler himself für die Innenausstattung gleich mit entwarf. Und die brillanten Zeichnungen, im Original häufig nur schwer zu lesen, sind als Großdias auf Leuchtkästen gezogen. Wrights Idee der urbanen Ländlichkeit, die irgendwie auch eine neue, bessere Welt herbeizaubern sollte, kommt überraschend gut rüber. A.M.

Bis 10. 10., Berlin, Vitra Design Museum, Kopenhagener Straße 58, 10437 Berlin, Tel. 030/473 77 70, www.design-museum-berlin.de, Di-Do 11-20 Uhr, Fr-So 11-22 Uhr, Eintritt 10 DM