Rückt die Nato demnächst nach Mazedonien ein, um albanische Rebellen zu entwaffnen? In Skopje unterzeichneten die Regierung und Vertreter der Albaner am Dienstag ein Friedensabkommen. Im Gegenzug für eine Amnestie verpflichteten sich zudem die Rebellen, der Nato ihre Waffen auszuhändigen.

Von den Bedingungen, die das Bündnis für den 30-tägigen Sammeleinsatz (despektierlich auch Operation Grüner Punkt genannt) gefordert hat, sind somit alle erfüllt - bis auf eine: die Einhaltung der Waffenruhe.

Am Mittwoch, spätestens am Donnerstag wollte der Nato-Rat tagen. Wird die activation order, der Einsatzbefehl, beschlossen, könnten die ersten der insgesamt 3500 Soldaten unter britischer Führung schon binnen Tagen ausrücken. Ob die von Gerhard Schröder versprochenen 500 deutschen Soldaten dann mit von der Partie sind, hätte allerdings noch der Bundestag zu befinden.

Mutig wäre das, mindestens. Und nicht bloß, weil es in den letzten Stunden der Verhandlungen noch Gefechte gab. Die Rebellen sollen freiwillig ihre Waffen abliefern. Aber wer will das kontrollieren? Bei über 1000 Mann kommt einiges an Gewehren, Handgranaten und Minen zusammen. Die Nato schwört, man werde sich von keiner Partei benutzen lassen - wohl wissend, dass beide Seiten darauf spekulieren. Doch wie wollen sie das verhindern? Diplomaten und Militärs beteuern unisono: Einen Plan B gibt es nicht, wenn die Waffenruhe bricht, ziehen wir uns sofort zurück. Gute Gründe gäbe es dafür. Soll der Westen dann in Mazedonien das Licht ausgehen lassen - was immer passiert? Das Land versänke erst recht im Chaos, wenn die Nato nun nicht schnell handelt.

Und so ahnt ein Offizier: "Wir rücken Schritt für Schritt auf die Schnappfalle zu."