Es war, sagen seine Berater, die wichtigste Entscheidung, die Präsident Bush bisher zu fällen hatte. Jetzt wird der Staat die Forschung an embryonalen Stammzellen fördern, allerdings dürfen mit amerikanischen Steuermitteln keine Embryonen getötet werden. Die Wissenschaftler müssen mit den bereits bestehenden Zellkulturen arbeiten.

Politisch gesehen ist diese Entscheidung klug, sie besänftigt die Gemüter.

Die Abtreibungsgegner murren nur leise, die Forscher klagen verhalten. Für die Wirtschaft und die Wissenschaft aber ist sie verhängnisvoll. George W.

Bush schafft ein Oligopol für wenige Bio-Tech-Unternehmer und Patentinhaber.

Wer jetzt im Besitz der begehrten Zellen ist, hat die Lizenz zum Gelddrucken.

Ob das teuer verkaufte Material etwas taugt, muss sich erst zeigen. Nur wenige der von Bush zugelassenen Zelllinien sind wissenschaftlich publiziert.

Schon unter den bekannten Laborkulturen sind viele, die unvermittelt zusammenbrechen oder sich in der Petrischale plötzlich wuchernd vermehren - sie sind für die Wissenschaft wertlos. Schon werden deshalb Forderungen laut, die engen Grenzen des präsidialen Diktats zu sprengen, die Forschung an überzähligen Embryonen freizugeben, die sonst weggeworfen würden.