die zeit_online: Herr Göring, in diesem Jahr findet erstmals die Bucerius Summer School statt. Was genau ist darunter zu verstehen?

Michael Göring: Junge, hochbegabte Menschen aus der ganzen Welt treffen in Hamburg zusammen, um ihre Gedanken und Erfahrungen - angeregt durch interessante Vorträge - auszutauschen. Der Vernetzungsgedanke und die internationale Note spielen dabei eine wesentliche Rolle: Die Teilnehmer lernen voneinander und fördern sich langfristig gegenseitig. In unserer Idealvorstellung bringen wir die zusammen, die in zehn bis zwanzig Jahren international Einfluss ausüben.

zeit_online: Wie fügt sich die Veranstaltung in die Ziele und Aufgaben der ZEIT-Stiftung?

Göring: Die Summer School ist zunächst Teil unserer internationalen Fördertätigkeit. Zudem tragen wir damit zur Begabtenförderung bei, die einen Schwerpunkt unserer Arbeit ausmacht. Unser Ziel ist es, sehr guten Leuten, hervorragende Chancen zu bieten. Das gesamte Stiftungskuratorium hat diese Veranstaltung unterstützt - von Roman Herzog, Henning Voscherau und Marion Gräfin Dönhoff bis zu Helmut Schmidt und Theo Sommer. Von den beiden stammt übrigens auch die Grundidee der Summer School, und sie haben sich sehr dafür engagiert, beispielsweise bei der Suche nach den Teilnehmern. Herr Sommer begleitet die gesamte Summer School darüber hinaus intensiv.

zeit_online: Und wie haben Sie die Teilnehmer gefunden?

Göring:Schmidt und Sommer haben zunächst zahlreiche Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der ganzen Welt angeschrieben und die Verantwortlichen gebeten, uns Personen im Alter zwischen 28 und 35 vorzuschlagen, die sich für die Veranstaltung interessieren und dabei einbringen könnten. Letztlich haben sich rund 300 Bewerber mit Exposés und Lebensläufen vorgestellt. 56 Teilnehmer aus 23 Ländern haben wir schließlich ausgewählt. Sie alle haben in ihrem bisherigen Leben schon viel erreicht und bewegt - auch im internationalen Kontext.

zeit_online: Das Thema, das während der Summer School im Mittelpunkt steht, ist "International Governance". Was ist der Grund dafür, genau diesen Schwerpunkt zu setzen?