die zeit: In diesen Minuten läuft Sabine Christiansen. Müssten Sie als zukünftiger Diskussionsleiter von NeunzehnZehn nicht ein wenig Konkurrenzbeobachtung betreiben?

Theo Koll: Ich werde mir die Sendung als Aufzeichnung ansehen, weil ich sie in der Regel gut und interessant finde.

zeit: Sie sind stellvertretender Redaktionsleiter von Frontal 21, jener Sendung, die sich vor kurzem darüber beschwert hat, dass Politiker lieber in Talkshows gehen, als sich den kritischen Fragen politischer TV-Magazine zu stellen. Ab 2. September moderieren Sie selbst einen "Live-Talk", wie 3sat NeunzehnZehn nennt. Wechseln Sie die Seiten?

Koll: Die Kritikrichtung war eine andere. Das ging nicht gegen Talkshows, das ist eine legitime journalistische Form. Sie ging gegen die Politiker, die sich unseren Fragen entziehen. Das heißt nicht, dass wir dafür plädieren, Talkshows abzuschaffen. Politiker sollen sich aber gefälligst auch den kritischen TV-Magazinen und ihren unangenehmen Fragen stellen.

zeit: Manche Kommentatoren forderten mehr Absprache innerhalb der Sender: Wenn ein Politiker nicht zum ZDF-Politikmagazin will, soll er auch nicht in die ZDF-Talkshow dürfen.

Koll: Das halte ich für eine falsche Schlussfolgerung. In unserer Medienlandschaft wäre das auch unrealistisch.

zeit: Was halten Sie davon, wenn jemand wie Rudolf Scharping lieber über sein Privatleben spricht als über sein Ressort?