Eckart Dyckerhoff: Ja, ich habe keine Probleme - auch wenn mir klar ist, dass ich gegen die möglichen Fehler der anderen Autofahrer nichts machen kann. Aber das ist im Straßenverkehr immer so.

Zeit: Aber wenn man sich den aktuellen ADAC-Test anschaut, kann einem schon mulmig werden, oder? Nur 5 von 16 europäischen Tunneln sind mit "sehr gut" oder "gut" bewertet worden.

Dyckerhoff: Das Fahren ist ja nicht das Problem. Es sind die Sicherheitsmaßnahmen, mit denen wir oft nicht zufrieden sind. Das betrifft vor allem die Lüftung, denn die ist bei einem Brand der entscheidende Punkt. Wenn bei einem alten Tunnel der Rauchabzug nicht gut funktioniert, dann kann es für den Autofahrer sehr schnell gefährlich werden. Feuerlöscher, Brandschutzräume, Feuermeldestellen - das sind die Punkte, die wir bei einem Tunneltest bewerten und leider oft kritisieren müssen.

Zeit: Und wie ist es um die Sicherheit im österreichischen Gleinalmtunnel bestellt, wo es Anfang August einen Brand mit fünf Toten gab?

Dyckerhoff: Der Tunnel hat bei unserem Test 1999 die zweitschlechteste Bewertung erhalten, ein "bedenklich". Aber was den aktuellen Unfall angeht, so war das ein generelles Problem, keines des Gleinalmtunnels im Besonderen. Bei dem Unfall am 6. August ist ein Wagen explosionsartig in Flammen aufgegangen, die Insassen starben durch Rauch und Hitze. Und die sind in einem Tunnel immer eine größere Gefahr als auf der freien Strecke. Auch bei einem Tunnel mit sehr guten Brandschutzeinrichtungen wäre es also höchstwahrscheinlich zu diesem Unfallausgang gekommen.

Zeit: Wie verhalte ich mich, wenn es einen Unfall oder sogar einen Brand gibt?

Dyckerhoff: Bei einem Unfall genau wie auf der Landstraße auch: möglichst weit rechts ranfahren und abwarten, wenn bereits Hilfe da ist. Bei einem Brand hängt das Verhalten auch von der eigenen Einschätzung ab. Wenn ich das Gefühl habe, dass der Brandherd außer Kontrolle gerät - die wichtigsten Papiere greifen, das Auto offen stehen lassen und raus ins Freie!