Meine handelsübliche Anlage hat einen Kenwood-Verstärker. Der Marke bin ich treu, seit ich von meinem Konfirmationsgeld meine erste Anlage gekauft habe. Der Verstärker ist eigentlich viel zu schwach für den Rest. Deshalb schaltet er sich ab einer bestimmten Lautstärke einfach aus. Daran habe ich nie etwas geändert, weil wir gegenüber von einem Krankenhaus wohnen und man dort nicht sehr amüsiert ist, wenn ich aufdrehe. Der CD-Player ist von Technics. Aber das Wichtigste bei mir sind zwei Technics-1210-Plattenspieler, das DJ-Standardmodell. Dazwischen steht das beste Mischpult für Leute, die eigentlich gar keine guten DJs sind: das Pioneer DJ-M500, ein Geburtstagsgeschenk von Petra, meiner Frau. Der Mixer hat eine Effektleiste mit Reverb, Flanger, Echo, Delay. Damit geht alles ineinander. Außerdem hat das Ding einen automatischen Beat-Zähler. Damit kann auch der unbegabteste Mensch seinen Gästen gegenüber so tun, als sei er ein brillanter DJ. Wir haben häufig Gäste. Irgendwer fängt immer an, aufzulegen. Ab einem bestimmten Trunkenheitsgrad kommt dann auch das gefürchtete Set "Das war der deutsche Underground der späten Siebziger und frühen Achtziger". Aber das ist nur ab 2,0 Promille aushaltbar.

Die Boxen? Weiß ich gar nicht genau. Ein Sonderangebot aus dem Media-Markt. Teure Anlagen sind vielleicht ein exotisches Hobby, so wie manche Leute Briefmarken sammeln. Aber dieses Hobby habe ich nun mal nicht. Zwischen beruflichem und privatem Hören kann ich kaum unterscheiden. Petra hat ja auch ihre Plattenfirma, und wenn wir abends zu Hause abhängen, spielen wir uns gegenseitig neue Sachen vor. Dazu hört auch meine Tochter extrem viel Musik. Sie ist acht und steht auf Britney Spears. Der Kompromiss liegt zurzeit bei der Gruppe 2Raumwohnung.

Für unterwegs benutze ich etwas, das ich kaum sagen darf. Aber ich liebe es: eine so genannte Personal Juke Box. Die ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel und speichert 1200 Stunden Musik im MP3-Format. Manche Leute in unserer Branche halten die PJB für das Ende der Musikindustrie. Damit höre ich auf Reisen Demos und Neuerscheinungen durch - und scheitere jetzt schon manchmal am Kopierschutz.