Dabei muss es einfach nur ein klarer, ehrlicher Ton sein. Die Lautsprecher sollten in Ohrhöhe, Bass und Höhenregler linear stehen. Da ich weiß, wie viel Mühe und Aufmerksamkeit in die Herstellung von Musik investiert wird, ist es mir wichtig, dass alle Übertragungswege stimmen. Also nehme ich auch nicht einfachen Klingeldraht, sondern schöne dicke Kupferkabel. In meinem Heim stehen schon lange diese wunderbaren Boxen von RFT; das war zu DDR-Zeiten der staatliche Betrieb für Rundfunk- und Fernsehtechnik. Die haben damals schon an richtigen Referenzboxen geschraubt, also vernünftig errechneten Boxen, mit Schächten, Frequenzweiche und Druckausgleich. Dann habe ich ein uraltes Kassettendeck von RFT, mit einigen Funktionen, die ich mir nicht erklären kann, aber die sind eh ausgeschaltet. Dann einen Denon-Vollverstärker, einen Akai-Plattenspieler und einen tragbaren CD-Player von Philips. Ein Tuner fehlt, weil Radio mich nervt. Ich höre höchstens mal auf meinem Kofferradio in der Küche Klassik, wenn ich Tee koche.

Ich will Musik bewusst und konzentriert wahrnehmen. CDs höre ich zwar, aber nicht so gern wie Vinylplatten. Bei digitalen Produktionen will jeder so fett und so laut wie möglich klingen. Da wird alles auf die 0-dB-Grenze hin zu Tode komprimiert. Ich glaube, das verwischt und vermatscht alles. Die Musik verliert Dynamik und Zauber. Unter meinen etwa 500 Platten sind viele alte Schinken, aus den sechziger und siebziger Jahren. Ich kaufe viel auf Flohmärkten. Edith Piaf, Mireille Mathieu, alte Ost-Scheiben. Was meine Anlage gekostet hat, kann ich gar nicht sagen. Die Geräte habe ich aus dem An- und Verkauf. Die RFT-Boxen sind Relikte aus meiner Jugend. Insgesamt ist das alles vielleicht 400 Mark Wert.