Auf der anderen Seite stehen die Musikliebhaber, die ihr Geld lieber in die Musik selbst investieren.

Täglich 224 Minuten Musik oder andere Formen der Beschallung von Schallplatte, CD oder Kassette hört der statistische Durchschnittsdeutsche laut der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Und er lässt sich das Vergnügen einiges kosten. Über vier Milliarden Mark Umsatz werden mit Tonträgern jedes Jahr in Deutschland gemacht, über drei Milliarden mit Hi-Fi-Geräten. Vor allem auf das richtige "Sssssst" kommt es dabei an, so das Ergebnis einer Studie des Philips Research Center in Eindhoven. "Satt und saugend" sollte sich die Schublade eines CD-Players schließen - dies ist, obwohl die Lademechanik keinen Einfluss auf die Klangqualität hat, für viele der Versuchspersonen das entscheidende Kaufkriterium.

Während die Umsätze auf dem weitgehend gesättigten Hi-Fi-Markt stagnieren, hat die Verfeinerung des guten Tons längst den Grenzbereich zur Esoterik überschritten. Über vier Millionen Mark soll "die teuerste Stereoanlage der Welt" kosten. Gezeigt wird sie bei der Internationalen Funkausstellung, die am Samstag in Berlin beginnt.

Welche Rolle spielen Stereoanlagen in unserem Leben? Und: Wie viel Hi-Fi braucht der Mensch? Wir machten sieben Hausbesuche bei Musik-Profis: Sie erzählen alles über die Technik ihrer Anlage - und ihre Technik, Musik zu hören.

Meinen ersten Plattenspieler habe ich mit neun bei einer Mädchenzeitschrift bestellt. Der war hellblau und mit Batterien betrieben. Damit habe ich auf dem Rasen gesessen und meine Beatles-Platten gehört und ab und zu auch mal ein Ballett von Tschaikowskij. Das war ein großes Glück. Man konnte beim Zuhören herumlaufen. Überall, wo man wollte.

Später habe ich ein altes Gerät von meinen Eltern bekommen. Ende der Siebziger habe ich mal etwa 3000 Mark in eine richtige Stereoanlage von Technics investiert. Die steht heute noch bei uns im Wohnzimmer. Aber da bin ich kaum.

Bis zu meinem ersten CD-Player hat es lange gedauert. Aber ich finde ihn sehr praktisch. Meine LPs waren immer ziemlich verkratzt. CDs kann man abputzen, und dann sind sie wieder wie neu. Ich höre hauptsächlich mit einem Kompaktgerät - in Schweden nennen wir so etwas "Bergsprenger". Ein großer schwarzer Kasten von Panasonic. Der ist fast immer eingeschaltet und steht in der Küche. Da sitze ich und schreibe, da koche ich, da steht die Waschmaschine. Auf dem Land haben wir wieder zwei Stereoanlagen: einen Bergsprenger und eine teure. Aber die wird auch nie benutzt.