In ihrem Buch Autos/Filme/Frauen/Häuser/Mode/Wohnen, bei Maas Media erschienen, hat sie einfach den Text weggelassen. Es gibt nicht einmal Kapitel oder Seitenzahlen. Das macht es den Literaturkritikern natürlich schwer. Statt eines autobiografischen Romans oder Erzählbandes hat Döbereiner einfach ein Buch mit schönen Zeichnungen abgegeben. Und wenn man die 120 Seiten erst mal durchgeblättert hat, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie das ohne diese Bilder wäre, Texte würden da nur stören.

Der Titel des kleinen Bandes, der wie eine Aufzählung von attachments klingt, ist gleichzeitig die Inhaltsangabe. Zu jedem der genannten Themenkomplexe gibt es ein paar Seiten Bilder, schicke Umrisszeichnungen und flüchtige Skizzen aus der Mitte des Lebens. Im Internet erfährt man, dass Döbereiner filmt und fotografiert, was ihr so einfällt, und das Ganze dann nachzeichnet. Man sieht fremde Mädchen beim Telefonieren, Männer, die im Gras faulenzen, blonde Frauen mit traurigen Augen und ein nachgezeichnetes Film-still von Hanna Schygulla in dem Film Katzelmacher. Aber auch unbelebte Szenen, wie frei gestellte Häuser oder Kleider und Sofas aus verschiedenen Perspektiven.

Alles wirkt schnell und gekonnt dahingekritzelt und strahlt eine kühle Oberflächlichkeit aus, die den Betrachter mit seinen Assoziationen allein lässt. Manche dieser Zeichnungen waren auch im so genannten Popliteratenforum www.ampool.de zu sehen. Ursula Döbereiner ist zwar keine Autorin, aber ihr Buch das beste Stück Popliteratur seit langem.

Ursula Döbereiner, "Autos/Filme/Frauen/ Häuser/Mode/Wohnen", Maas Media Verlag, 28 Mark (120 Seiten), bei www.maasmedia.net . Döbereiners Ausstellung in der Galerie M + R Fricke: 22.9. bis 10.11., Linienstr. 109, Berlin-Mitte