Sicheres Geld dank einer festverzinslichen Anlage ist wieder in - vor allem bei jenen, die sich mit Aktien die Finger verbrannt haben. Und wem die Zinsen auf sichere Bundesanleihen zu mager sind, der wird bei Anleihen von Unternehmen fündig, bei den Corporate Bonds. So bringt eine Anleihe der Robert Bosch GmbH gut 5 Prozent, der Gesundheitskonzern Fresenius zahlt rund 5,3, und die Deutsche Telekom lockt gar mit 5,7 Prozent. Auch Euro-Anleihen ausländischer Konzerne sind eine gute Alternative und zudem ohne Währungsrisiko: Fiat zahlt 5 Prozent, Coca-Cola bietet 5,2 und der französische Medienkonzern Vivendi immerhin 5,8 Prozent.

Die Höhe der Zinsen hängt teilweise von der Laufzeit ab. In der Regel gilt: Je später ein Papier zurückgezahlt wird, desto mehr Zinsen wirft es ab.

Wichtiger ist aber die spezifische Unternehmenssituation. Grundsätzlich wird für Unternehmensanleihen mehr gezahlt als für Bundesanleihen mit identischer Laufzeit. Das Zinsplus - der Spread - entschädigt die Anleger für das höhere Risiko. Je solider und bekannter der Schuldner ist, desto weniger Zins muss er zahlen.

Fondsmanager verlangen in der Regel, dass Corporate Bonds bei der Emission von namhaften Agenturen bewertet werden. Solche Ratings werden beispielsweise von Agenturen wie den US-Firmen Standard & Poor's oder Moody's vorgenommen.

Eine Anleihe, die nicht die Spitzennote AAA erhält, sondern bloß ein B, muss wesentlich höher verzinst werden. Anleihen ohne Ratings gelten häufig als Junk-Bonds und versprechen als Ausgleich für das Risiko sehr hohe Zinsen. Die Ratingagenturen überprüfen laufend ihre Bewertungen. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten, werden die Ratings heruntergestuft. Dann kann der Kurs der betreffenden Anleihe einbrechen, wie die Besitzer von Telekomanleihen im vergangenen Jahr erleben mussten, als die steigende Verschuldung der Telekommunikationsdienstleister Zweifel über deren Zahlungsfähigkeit weckte.

Ohnehin war das Jahr 2000 schlecht für die Besitzer von Unternehmensanleihen, weil der Konjunktureinbruch die Kurse drückte. In diesem Jahr hat sich die Stimmung bei den Unternehmensanleihen deutlich verbessert. "Ein stabileres Börsenklima, niedrigere Plazierungsvolumina von Industrieanleihen sowie das niedrigere Renditenniveau öffentlicher Anleihen gelten als wichtigste Faktoren", schreibt die GZ-Bank in ihrem Börsenbericht. Experten favorisieren jetzt wieder die im vergangenen Jahr gebeutelten Anleihen der Deutschen Telekom. So glaubt Claudia Hopsten von der britischen Bank HSBC, dass die negativen Faktoren mittlerweile in den relativ hohen Zinsaufschlägen enthalten sind. Zu Vorsicht rät sie dagegen bei Telekomausrüstern. Anleihen von Ericsson, Alcatel oder Marconi dürften weiterhin unter der Branchenschwäche leiden.

Dennoch: Stagnieren die Aktienkurse über Jahre hinweg, sind Anleihen die erfolgreichere Anlageform. Wer zum Beispiel davon überzeugt ist, dass die Bäckereikette Kamps ihre wegen der raschen Firmenaufkäufe entstandenen Probleme überwindet, kann am Ende der rund vierjährigen Laufzeit der Anleihe satte 8,3 Prozent Rendite einstreichen.