Experimente können misslingen. Das mag im Fall des Selbstversuchs eines beherzten Mediziners hinzunehmen sein. Ganz anders, wenn nicht ein Einzelschicksal, sondern das einer ganzen Art samt ihrer Mitwelt - hier schlicht aller Ökosysteme und des ganzen Planeten - aufs Spiel gesetzt wird.

Intelligenz und Kreativität wären dazu notwendige, nicht aber ausreichende Bedingungen. Verantwortung ist gefragt.

Verantworten lässt sich nur, was man überblicken, beherrschen und gegebenenfalls rückgängig machen kann. "Der Mensch übernimmt sich" seit nun mindestens einem halben Jahrtausend. Die Resultate sind teils unbestritten erfreulich, zu erheblichen Teilen aber ebenso zweifellos höchst besorgniserregend.

Der im herrschenden totalitären Profit- und Ver-Wertungssystem durchgesetzte Nihilismus ist nicht "trans-", sondern antihuman - sofern denn Menschen nicht bereits endgültig zu eindimensionalen animalia oeconomica pervertiert sein sollten.

Peter Niebaum, Osnabrück

Für jemanden, der in seinem Essay immer wieder auf das "Denken auf der Höhe der Zeit" rekurriert, ist Marc Jongen in seiner eigenen Argumentation auffallend altmodisch. Seine Vorliebe für Kybernetik positioniert ihn in einen Diskurs, der seinen Höhepunkt in den fünfziger und sechziger Jahren erlebt hat.

Jongens Absage an "das traditionelle (zweiwertige) Denken" bietet selbst keine Alternative. Die einzige Möglichkeit, um auf "der Höhe der Zeit" zu sein, scheint nur ein lautes affirmatives Ja zu allen technologischen Möglichkeiten zu sein. Jede Art von Kritik ist nur ein müder humanistischer Einwand. Das ist auch eine Art, den Dualismus zu überwinden, allerdings unter Ausschluss aller anderen Meinungen. Ob das die Lösung ist, bezweifele ich.