Es gibt Filme, die geben keine Antworten, weil sie keine Fragen stellen. Etwa Was geht, die Dokumentation von Dieter Zimmermann über die HipHop-Band Die Fantastischen Vier. Was hätte man nicht alles abhandeln können: Warum die Band anfing deutsch zu rappen - keine Selbstverständlichkeit in den späten Achtzigern, als noch erbitterte Glaubenskriege tobten, was deutscher Sprechgesang eigentlich darf und was nicht. Auch auf die Frage, wie die Band es geschafft hat, von allseits verachteten Musikclowns zu den respektierten Vätern des deutschen HipHop aufzusteigen, wartet man vergeblich. Aber wahrscheinlich ist das ein unfairer Einwand, ist doch das Geheimnis der Fantastischen Vier gerade, keins zu haben - sie sind genauso normal wahnsinnig wie jeder durchschnittliche westdeutsche Heranwachsende und als Gruppe so etwas wie ein Figurenkabinett männlicher Pubertierender. Da gibt es Thomas D, den exzentrischintrovertierten Frontmann, Smudo, den sympathischen Quasselkopf, Andy, den nichts aus der Ruhe bringen kann, und Hausmarke, den gut aussehenden Mädchenschwarm. Zimmermann konzentriert sich vor allem auf Thomas D, der mittlerweile mit einem Dutzend Hunden und einem Schwein auf einem Bauernhof in der Eifel wohnt. Und hier, wenn Thomas D sagt, er habe manchmal das Bedürfnis, monatelang keinen Menschen zu sehen, dann aber, sobald die Kamera läuft, beginnt Faxen zu machen, dreht sich Was geht für einen Augenblick um die Frage, welchen Preis man für den Ruhm zahlen muss.

Allein, sie wird nicht gestellt.