Feinfühlige Käfer.

Bonner Forscher haben nach eigenen Angaben ein Tier mit präzisem Temperatursensor entdeckt. Der Messfühler gehört dem australischen Feuerkäfer, der seine Eier in frisch verbranntes Holz legt. Auf seinem Panzer fanden Wissenschaftler vom Institut für Zoologie der Universität Bonn vier Fühler. In ihnen endet jeweils ein Bündel von Nerven, das Temperaturänderungen aufnimmt und in elektrische Impulse übersetzt. Solche Sensoren sind im Reich der wirbellosen Tiere sehr selten. Ähnliche Fühler besitzen zum Beispiel südamerikanische Riesenschlangen. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Käfer Temperaturunterschiede von wenigen hundertstel Grad wahrnehmen kann. Denn nur bei der richtigen Wärme in schwelendem Holz gedeihen die Käferlarven gut.

Vielfalt im Blut.

Am Erbgut von Kulturgemeinschaften lässt sich ablesen, ob Frauen nach der Hochzeit für gewöhnlich zum Manne ziehen oder ob die Männer sich bei der Frau einquartieren. Dieser Spur gingen Genetiker vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nach (Online-Publikation, Nature Genetics, 20. August). Bei Bergbewohnern im Norden Thailands haben die Forscher Gene der Einwohner verschiedener Dörfer verglichen. Das Ergebnis: Blutproben von Dörflern, bei denen der Mann nach der Hochzeit üblicherweise zur Frau zieht, unterschieden sich weitaus stärker voneinander als im umgekehrten Fall. In Gesellschaften, bei denen die Männer ortstreu bleiben, fällt die genetische Vielfalt deutlich geringer aus. Die Forscher vermuten daher, dass Männer mit ihrem Y-Chromosom stärker zur genetischen Vielfalt beitragen als Frauen.

Historischer Klimamotor.

Die periodisch auftretende Meeresströmung El Niño hat vermutlich bereits vor 4000 Jahren das Klima geprägt. Ein Forscherteam hat durch Unterwasserbohrungen vor der Küste Venezuelas die Klimageschichte des nördlichen Südamerikas während der letzten 14 000 Jahre nachvollzogen (Science, Bd. 293, S. 1304). Es untersuchte Bohrkerne aus Tiefen knapp 900 Meter unter dem Meeresgrund. Anhand unterschiedlicher Eisen- und Titangehalte in den Meeresablagerungen identifizierten die Forscher mehrere Klimawechsel.

Demnach löste vor 4000 Jahren eine extreme Trockenphase die Feuchtperiode abrupt ab. Damals habe warmes Wasser das kalte Oberflächenwasser vor Peru und Chile verdrängt, und der trockene tropische Wettergürtel verschob sich um bis zu zehn Breitengrade nach Süden.