Hätte ein Mann Bridget Jones Diary geschrieben, er wäre unter Frauen so sicher wie Salman Rushdie auf einer Rundreise im Iran. Da aber die Schriftstellerin Helen Fielding für Bridget, die einsame Frustfresserin mit dem großen Herzen und dem noch größeren Wodkavorrat, verantwortlich ist, bleibt nur, über uns selbst zu lachen. So gut sind sie getroffen, die Frauen der postfeministischen westlichen Welt, in der Tiramisu den Teufel und das Fitness-Studio die Kirche ersetzt: überfüttert mit Selbstvorwürfen und emotional ausgehungert wie die 36-jährige Bridget, die ihre Katze allein erzieht. Zunächst Heldin eines Comics, dann eines Romans, der sich sechs Monate lang an der Spitze der amerikanischen Charts hielt, ist die zum Verzweifeln komische Identifikationsfigur aller weiblichen Konfektionsgrößen jenseits der 38 in Sharon Maguires Verfilmung nun Fleisch und Blut geworden.

Reichlich Fleisch. Renée Zellweger hat für die Rolle der mäßig begabten, aber maßlos den Richtigen herbeisehnenden Fettnäpfchenfrau Bridget mehr Junk-Food in sich hineingestopft, als sie für den Rest ihres Lebens zu Gesicht bekommen wird. Für Maguires ausgedehnte Studien zur weiblichen Selbstkritik sprechen nicht allein die Ausmaße der straffenden Unterhose, von der Bridgets Lebensglück bei einem Date mit ihrem Chef abzuhängen scheint, den Hugh Grant als erotischen Großverbraucher spielen darf. Egal, wie emanzipiert, erfolgreich oder männerverschleißend Frauen sein mögen - Bridgets Kampf mit dem eigenen Körper und der Diktatur der Schön-reich-und-berühmt-Publikationen wird vielen bekannt vorkommen.