Hi-Fi - das bedeutet eigentlich High Fidelity, zu Deutsch: die möglichst originalgetreue Wiedergabe von Musik. Was genau das wiederum bedeutet - daran scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite gibt es den Kult um Kabel, Messwerte und exotische Geräte-Boliden. Hier geht es um Technik und Marken, um Typen und Bauart: ums technische Detail und um die Liebe dazu. Eine Welt für sich.

Auf der anderen Seite stehen die Musikliebhaber, die ihr Geld lieber in die Musik selbst investieren.

Täglich 224 Minuten Musik oder andere Formen der Beschallung von Schallplatte, CD oder Kassette hört der statistische Durchschnittsdeutsche laut der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu).

Und er lässt sich das Vergnügen einiges kosten. Über vier Milliarden Mark Umsatz werden mit Tonträgern jedes Jahr in Deutschland gemacht, über drei Milliarden mit Hi-Fi-Geräten. Vor allem auf das richtige Sssssst kommt es dabei an, so das Ergebnis einer Studie des Philips Research Center in Eindhoven. Satt und saugend sollte sich die Schublade eines CD-Players schließen - dies ist, obwohl die Lademechanik keinen Einfluss auf die Klangqualität hat, für viele der Versuchspersonen das entscheidende Kaufkriterium.

Während die Umsätze auf dem weitgehend gesättigten Hi-Fi-Markt stagnieren, hat die Verfeinerung des guten Tons längst den Grenzbereich zur Esoterik überschritten. Über vier Millionen Mark soll die teuerste Stereoanlage der Welt kosten. Gezeigt wird sie bei der Internationalen Funkausstellung, die am Samstag in Berlin beginnt.

Welche Rolle spielen Stereoanlagen in unserem Leben? Und: Wie viel Hi-Fi braucht der Mensch? Wir machten sieben Hausbesuche bei Musik-Profis: Sie erzählen alles über die Technik ihrer Anlage - und ihre Technik, Musik zu hören.

Kein Ersatz fürs Live-Konzert.