Wenn jetzt halb Südwestdeutschland nachts wach liegt und diesen tiefen Ton hört, der auf unerklärliche Weise aus dem Nichts zu kommen scheint, wenn jetzt Messtechniker zur Frequenzermittlung ausschwärmen, während Verschwörungstheoretiker im Internet unter www.brummt.de schon die Absicht erklären, die das amerikanische Militär mit der Schwabenbeschallung verfolgt, dann ist es an der Zeit, die Wortfamilie Brumm einmal aus ihrer Höhle zu locken.

Fleißige Bienen summen (im Kinderlied), sich tummelnde Hummeln brummeln (bei Ernst Jandl). Und obwohl sie sammeln, summeln sie nicht, sondern brummen, so gutmütig wie geschäftig. Wenn 's Brummen bedrohlich wird, wird's ein Dröhnen, ein Donnern, nie ein Dönern, das ist türkisch und heißt leise rotieren.

Wo endet das gemütliche Brummgesumm? Von wann an wird aus dem letzten Loch gepfiffen? Ähnelt das Rascheln (im Blätterwald) dem giftigen Zischen, dem Zischeln, oder mehr dem Tuscheln? Wie geräuschvoll ist das Straucheln, das Knall auf Fall zum Zusammenklappen führen kann?

Das Rauschen verdient Erwähnung, in seiner schärfsten Form als Schnarren, als minderaggressives Scharren und als fast trautes Schaben, das allerdings einem miesen, fiesen Parasiten seinen Namen lieh.

Was, wenn plötzlich Scharen von Schaben in Schwaben ihr Unwesen trieben? Wenn im Musterländle ein unaufhörlich Wieseln und Krabbeln über Tische und Wände begönne? Wenn es statt Gewummer Gewimmel gäbe, statt Schlummer Schimmel auf Broten und Käsen in Kammern, nur noch von Kammerjägern zu bekämpfen, die - pfft-zitt, pfft-zitt - mit Sprühen und Spritzen Geflöh und Kakerlak vernichten, selbst wo in den Ritzen sitzen?

Solche Flausen in Klausen würden in Stuttgart und Umgebung, bis tief in den Rems-Murr-Kreis hinein, Unmut erzeugen und sogar ein Sausen, ein Brausen als kleineres Übel erscheinen lassen, aber weder saust es, noch braust es, noch braut sich was zusammen, es brummt einfach nur und unverwandt vor sich hin.

Nachts! Und kein Schnarchen!