die zeit: Herr Doetz, kaum investieren US-Unternehmen ins deutsche Fernsehkabel, rufen Sie um Hilfe.

Jürgen Doetz: Was jetzt passiert, ist ein Treppenwitz der Mediengeschichte.

Wir als private Rundfunkveranstalter haben vor Jahren darauf verzichtet, eine Bestandsgarantie von den Medienpolitikern für den Fall zu bekommen, dass das Fernsehkabel modernisiert und digitalisiert wird. Womit wir nicht rechnen konnten, war, dass amerikanische Investoren kommen, die den deutschen Rundfunkmarkt nicht verstehen. Zudem haben sie bisher die Verpflichtung geleugnet, neben öffentlich-rechtlichen Sendern auch private Programme zu transportieren.

zeit: Sie wollen eine stärkere Regulierung und den Investoren damit einen Teil ihrer unternehmerischen Freiheit nehmen.

Doetz: Wir brauchen eine Präzisierung. Was sind die Rechte, was die Pflichten der Kabelnetzbetreiber? Es geht um die strategischen Ausgangspositionen. Am Schluss werden wir mit den Kabelnetzbetreibern kooperieren, weil wir uns gegenseitig brauchen. Aber es geht um verdammt viel Geld und verdammt viele Chancen.

zeit: Sie sagen, die Vielfalt im Kabel müsse gewahrt bleiben. Was verstehen Sie darunter?

Doetz: Zunächst muss festgelegt werden, dass Rundfunk auch im digitalen Kabel stattfindet. Da ist der Rundfunkstaatsvertrag zu ungenau. Wir fordern: Ein Drittel der Kapazität soll in jedem Fall für Rundfunk und Mediendienste genutzt werden ...