Wenn von Auktionen die Rede ist, dann meistens von jenen, bei denen Höchstpreise erzielt werden. Dabei beschränkt sich die Sammelleiden- und Käuferschaft bei weitem nicht nur auf die rekordverdächtigen Objekte der großen Auktionshäuser. Am Suchen, Kaufen und Verkaufen haben auch die Spaß, die am großen Rad sowieso nicht mitdrehen können. Das muss nicht einmal heißen, dass Entdeckerfreude im kleineren Finanzrahmen langweiliger oder leidenschaftsloser ist, ganz gleich ob bei Uhren, barocken Blumenbüchern, Design der fünfziger Jahre, Nostalgieobjekten oder Hummel-Figuren.

Was für Händler täglich Brot ist und Großsammler oft an Experten delegieren, muss sich der private Sammler mit kleinem Budget selbst erarbeiten. Denn nur mit Wissen und Findigkeit lassen sich Wünsche erfüllen. Je detaillierter seine Informationen, umso vielversprechender sind auch die Chancen, in dem weiten Feld zwischen Kunst und Krempel das für ihn Richtige herauszupicken.

Und natürlich ist es Teil des Spiels und von Vorteil für den Käufer, wenn er mehr weiß als der Händler - ganz gleich ob beim frühmorgendlichen Gang über den Trödelmarkt, dem gezielten Blättern in einschlägigen Versandkatalogen, bei ermüdenden Stunden vor dem Schirm im Internet, bei Gelegenheitsauktionen, in Antiquitätengeschäften oder einer der 35 Firmen, die im Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer aufgenommen sind. Die erwirtschaften etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes des Kunstauktionsmarktes in Deutschland, schätzungsweise eine Milliarde Mark jährlich, wie Tilman Bassenge, der Präsident des Verbandes, sagt. Wer dort kauft, hat Sicherheiten: wissenschaftlich akzeptable Beschreibungen in den Katalogen und die Gewährleistung für die Echtheit der Objekte auf ein Jahr sind Voraussetzungen für die Mitgliedschaft.

Die wollen oder können sich viele Unternehmen nicht leisten und operieren im freien Raum. Das bietet sowohl Reiz als auch Risiko für alle Beteiligten. Wie groß die Zahl der nicht organisierten Kunstauktionatoren ist zwischen Steinhuder Meer und Lausitzer Bergen, in Großstädten und auf dem Dorf, kann Bassenge nur sehr vage mit "viele" umschreiben. Auf welchem Niveau auch immer - die Verkäufer setzen auf das Jagdfieber und die Investitionslust der Sammler und ihre teils extrem fokussierten Liebhabereien, zu denen so gefragte, fragwürdige Dinge gehören wie KZ-Erinnerungsstücke.

Wo man was auftreibt, gehört mit zu den prickelnden Herausforderungen des passionierten Sammlers. Bis nach Australien und den USA hat es sich herumgesprochen, dass das Auktionshaus DAWO in Saarbrücken beispielsweise in regelmäßigen Abständen Versteigerungen zum Thema Bergbau veranstaltet. Von der Grubenlampe über Festtrachten bis zu Rangabzeichen aus dem 17.

Jahrhundert, so genannten Bergbarten (bis zu 10 000 Mark), sind dort neben Kunst und Antiquitäten Souvenirs und Raritäten aus dem Grubenalltag erhältlich. Die zwölfte Bergbauauktion mit einer gerade eingelieferten großen Sammlung plant DAWO als letzte D-Mark-Auktion im Dezember (www.dawo.de).

Wer sich für "musikalische Kunst- und Sammlungsgegenstände" begeistert, kommt am Aachener Auktionshaus Bongartz (www.bongartz-auktionen.de) nicht vorbei.