So kann man sich irren. Eigentlich dachten wir zusammen mit Gerhard Schröder, Lehrer seien "faule Säcke". Menschen mit zwölf Wochen Urlaub im Jahr, die "vor und nach den Ferien nichts mehr machen", wie der ehemalige nordrhein-westfälische Finanzminister Heinz Schleußer gesagt hat.

Stimmt alles gar nicht, stellt nun eine Aufklärungskampagne in Nordrhein-Westfalen richtig. Wenn andere Leute bereits vor dem Fernseher sitzen, mühen sich Lehrer "bei Nacht und Wind" noch am Schreibtisch.

Computeranalphabeten im Lehrerzimmer? Auch nicht richtig. Vielmehr weisen Deutschlands Pädagogen "unseren Kindern den Link in die Zukunft". Und das mit den langen Ferien wurde ebenso falsch verstanden. Lehrer "arbeiten selbstständig" und schätzen "Gestaltungsfreiräume".

In neuer Eintracht verbreiten Lehrerverbände und das Düsseldorfer Kultusministerium die Gegendarstellung auf Plakatwänden und in TV-Spots.

"Menschen mit Klasse" heißt das Motto der Imagekampagne für die diskriminierte Randgruppe

in Schleswig-Holstein lautete der Leitspruch einer ähnlichen Aktion Sorgenkind "Gute Leute machen Schule". Auch in den Medien hat sich das Lehrerbild in kürzester Zeit gewandelt. Aus beneideten Halbtagsarbeitern wurden bemitleidete Malocher mit "Höllenjob", ihr Notenschnitt stieg von "mangelhaft" auf "mehr als befriedigend" - und das ohne Nachhilfe.

Die Erklärung für den Stimmungswandel ist simpel: It's economy, stupid