Die Union ist keine pazifistische, sondern eine opportunistische Partei - eine schlecht geführte obendrein. Vor der mazedonischen Kulisse führt sie sich auf wie ein Chor, der verzweifelt nach dem richtigen Notenblatt sucht.

Merkel, Merz und Meyer, Schäuble, Lamers und Rühe haben zum Einsatz der Bundeswehr alles durchprobiert: Nein, so nicht, ja-aber, schau mer mal.

Zugute halten kann man der Union nur dreierlei: Sie wird den Einsatz nicht verhindern, sie will es auch nicht, und sie hat ein paar richtige Fragen gestellt.

Allzu mächtig war der Drang, die Regierung im Parlament vorzuführen, den Marktwert diverser Leitbullen zu mehren, den Bundeswehr-Beschneider Eichel zu embarassieren. Das sind zwar nicht vornehme, aber legitime Impulse in der Demokratie

die Opposition ist nicht dazu da, den "Mehrheitsbeschaffer" zu spielen, wie CDU-Chefin Merkel notiert. Oder manchmal doch? Die Amerikaner haben eine geflügelte Antwort: "Politics stops at the water's edge" - an den Landesgrenzen hört der Machtkampf auf. Die Europäer nennen das "Staatsräson".

Und jetzt will die Opposition bei der Mazedonien-Abstimmung aufs Spiel setzen, was in ihrer Regentschaft zur Staatsräson geronnen ist? Dazu gehört Bündnisfähigkeit, dazu gehört Verantwortung für Europa. Die Merkelianer sind die Partei, die unter Adenauer wider Neutralismus und "Ohne mich!"

gestritten, die in der Kohl-Ära das allzu bequeme Mäntelchen eines angeblichen Verfassungsverbots von Einsätzen out of area abgestreift hat.